Weltweit bekannt: das Kieler-Woche-Design

An ihr jährlich neues Erscheinungsbild stellt die Kieler Woche höchste Ansprüche: Namhafte Grafiker*innen werden seit 1959 regelmäßig zum Wettbewerb für ein Corporate Design der Festwoche eingeladen.

Schon die Einladung ist eine Auszeichnung. Denn der Gestaltungswettbewerb genießt weltweit ein hohes Ansehen, zumal viele Motive mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

Die Reihe mit bereits mehr als 70 Kieler-Woche-Plakaten seit 1948 ist weltweit einzigartig und ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte. Das Design muss seit 1974 auch auf verschiedensten Artikeln und Souvenirs - etwa Krawatten, Bechern oder Schlüsselanhängern - seine Wirkung zeigen.

Fünf internationale Büros mit sechs eingereichten Entwürfen waren für das Design 2019 im Rennen. Die Jury entschied sich am 5. September für den Entwurf des Berliner Designers Daniel Wiesmann. 

Das sagt die Jury:

Das Siegerplakat zeichnet sich durch ein komplexes, dynamisches Zusammenspiel von grafisch klarer Form und avancierter Typografie aus. Besonders der ungewöhnliche, gelungene Umbruch des Titels Kieler Woche 2019 macht gerade in seiner humorvollen Fokussierung auf die wichtigsten Bestandteile neugierig und zieht den Betrachter in seinen Bann. Der Titel Kieler Woche wurde schon lange nicht mehr derart selbstbewusst als eigenständige grafische Form im Plakat in Szene gesetzt.

Das illustrative Element des Wassertropfens erlaubt eine hohe Variationsbreite innerhalb der sehr unterschiedlichen Anwendungen und assoziiert gleichermaßen Segelsport und Wasserspaß. Die ausdrucksstarke Gesamtwirkung und das typografische Spiel waren die entscheidenden Argumente, dieses Motiv als neues Gesicht der Kieler Woche 2019 auszuwählen.


In der Jury saßen vier Fachjuroren, vier Sachjuroren und erstmals eine neunte Jurorin aus der Kieler Bevölkerung.

Die Fachgutachter waren Andrew Goldstein vom Karlsruher Designteam 2xGoldstein (ständige Gutachter mit einer Stimme), die Berliner Designerin Ariane Spanier (erstmals als ständige Gutachterin dabei), Vorjahressiegerin Verena Panholzer sowie Philipp Dornberger (Leiter Kieler-Woche-Büro).

Ihnen saßen als Sachgutachter zur Seite: Hauke Petersen als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche, Sven Christensen als Geschäftsführer der Point of Sailing Marketing GmbH, Dr. Carsten Krage als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH und Universitätspräsident Prof. Lutz Kipp, Vorsitzender des Kultur- und Wissenschaftssenats der Landeshauptstadt Kiel.

Verstärkt wurde die Jury zudem von Emma-Louisa Döhler vom Jungen Rat der Landeshauptstadt Kiel. Im Februar hatte der Hauptausschuss beschlossen, in diesem Jahr erstmals ein neuntes Jurymitglied aus der Kieler Bevölkerung zur Jurysitzung einzuladen, um stetig neue Impulse zu setzen und den überregional und international ausgerichteten Designwettbewerb regional besser zu verankern. Das neunte Jurymitglied soll künftig jährlich wechseln.


Alle Entwürfe in einer Ausstellung

Eine Premiere: Erstmals lädt das Kieler-Woche-Büro alle Interessierten dazu ein, hinter die Kulissen des Plakatwettbewerbes zu blicken.

Von Freitag, 7. September, bis Sonntag, 9. September, sind die für 2019 eingereichten Entwürfe in einer öffentlichen Ausstellung in der „Seeburg“, Düsternbrooker Weg 2, zu sehen. Täglich von 11 bis 19 Uhr können Sie sich dann selbst in die Lage der Jury versetzen und ihr persönliches Lieblingsdesign küren.

 
Entwurf von Daniel Wiesmann
Die Umsetzungsentwürfe
Umsetzungsentwürfe

Geboren 1978 in Ludwigsburg, studierte er Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Niklaus Troxler. Während seiner Studienzeit arbeitete er als Praktikant in den Studios von Tamotsu Yagi (San Francisco) und Peter Buchanan-Smith (New York).

Nach seinem Abschluss 2007 zog er nach Berlin, wo er drei Jahre lang im Grafikbüro cyan arbeitete. Seit 2010 betreibt Daniel Wiesmann sein eigenes Studio in Berlin.

Seine Arbeiten erhielten zahlreiche Auszeichnungen, so den Gold Award beim Shenzhen Int. Poster Festival, Gold bei der Internationalen Kalenderschau Stuttgart, den Judges‘ Special Award beim Taiwan Int. Graphic Design Award, Auszeichnungen beim Type Directors Club New York, Tokyo TDC, Festival de l’affiche de Chaumont sowie den 100 Besten Plakaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 
Foto Daniel Wiesmann

Die anderen Designer*innen & ihre Entwürfe

Jenny Brouard ist seit 2008 Mitglied im Kommunikations- und Designstudio dear robinson in München. Das Team arbeitet disziplin- und medienübergreifend. Viele der Arbeiten wurden bereits mit Preisen ausgezeichnet.

Schwerpunkte liegen in der Konzeption und Gestaltung in den Bereichen Markenentwicklung, Corporate Design, Print- und Onlinekommunikation, Ausstellung/Raum und Event.

Zu den Kunden zählen große Unternehmen der Finanz- und Automobilbranche, dazu mittelständische Firmen aus den Bereichen Mode und Lifestyle sowie Auftraggeber aus dem kulturellen Bereich.

Jenny Brouard wurde 1978 in Hannover geboren und studierte bis 2002 an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule für Gestaltung in Nürnberg. Als Art Director war sie in Nürnberg und München tätig.

Jenny Brouard

 

Die Grafikdesignerin Hansje van Halem, geboren 1978, studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und erlangte internationale Anerkennung mit ihrer unverwechselbaren Typografie und ihren geometrischen, fast schon psychedelischen Illustrationen, die auf komplexen Mustern basieren. Ihre Design-Experimente finden sich auch im öffentlichen Raum wieder, etwa mit einem Zaun am niederländischen Flughafen Schiphol.

Seit 2017 ist Hansje van Halem Chefdesignerin des Lowlands Music Festivals. Ihr Studio in Amsterdam betreibt sie seit 2003. Sie liebt Typografie, Buchdesign und alle anderen Arten von Drucksachen. Neben Auftragsarbeiten unterrichtet Hansje van Halem, gibt Workshops und hält Vorträge.

Hansje van Halem

 

Ingo Offermanns wurde 1972 in Aachen geboren und legte 1999 sein Diplom in freier Kunst (Malerei) an der Akademie der Bildenden Künste München ab. Seit dem Jahr 2001 arbeitet er als freier Grafiker.

Weitere Karriereschritte: Dozent an der Hoogeschool voor de kunsten, ArtEZ, Arnhem, NL (2004/2005); Gastprofessor an der Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA (2005/2006); Professor für Grafik an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (seit 2006); Chefredakteur der Forschungsplattform Inter Graphic View (seit 2015).

Ingo Offermanns hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten („best dutch book designs“, „Schönste Deutsche Bücher“, „TDC New York“). Er hat darüber hinaus eine Reihe von Publikationen veröffentlicht. 

Ingo Offermanns

 

Monika Starowicz identifiziert sich nicht mit den Trends des zeitgenössischen Designs. Sie beschäftigt sich mit Kunst - der Kunst des Plakats. Jedes ihrer Poster, sagt sie, enthält ein Stück ihrer Seele; sie hat Spaß an Formen, Spuren, Farben und Texturen.

„Ich mag die alten Buchstaben“, sagt sie. „Ich sammle sie und nutze sie gerne und sie spielen in einem Orchester mit meinen Zeichnungen und all meinen grafischen Entscheidungen, die ich auf einem Blatt Papier mache. Das Poster ist Synthese, manchmal Ausgangspunkt für weitere Aktionen.“

Monika Starowicz wurde 1974 in Kattowitz geboren, sie ist Absolventin der Akademie der Schönen Künste in Katowice. Aktuell arbeitet sie als Assistentin im Studio des Kalendar Studios für Poster Design an der Kattowitzer Kunstakademie. 

Monika Starowicz

 

 


Renommée seit 1948: Kieler-Woche-Plakate

Er ist ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte und international hoch angesehen: der Kieler-Woche-Grafikwettbewerb.

Sehen Sie hier alle Plakatmotive als Galerie.