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Kieler Woche  16. - 24. Juni 2012
Wir haben einfach Bock zu spielen
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Ausnahmebands, Adrenalin, Action - und alles ohne Alkohol. Das bietet die Junge Bühne, wo junge Bands zeigen, wie man den Ratsdienergarten zum Brodeln bringt. Die Punkband Terminal zeigt, wie’s geht.

 

  

Adrenalin. Man kann es fast riechen. Wer auf der Kieler Woche in die Nähe einer Bühne kommt, spürt diesen Rausch, der jedes Konzert begleitet. “Es ist eine Mischung aus Aufgeregtheit, Kribbeln und Lust”, beschreibt Leif Marcussen die Momente kurz vor jedem Auftritt. Der 17-Jährige bereitet sich zusammen mit den gleichaltrigen Johan Meesenburg und Thomas Bolz auf ihren Gig auf der Jungen Bühne vor. Terminal heißt die Band der drei Flensburger Jungs. Sie haben den Band Contest im Februar gewonnen. “Ich kann es immer noch nicht fassen”, Leif schüttelt seinen Kopf. “Wir haben ein Demotape hingeschickt, nur eine Minute Ausschnitt aus einem Stück und haben gewonnen.

 

“Das ist das Besondere. Jugendliche suchen sich aus über 100 Bands die aus, die auf der Jungen Bühne spielen”, erzählt Christine Strecha. Hauptberuflich arbeitet sie beim Radio, hat sich aber eine Woche Urlaub genommen und moderiert das Abendprogramm der Jungen Bühne. “Es ist mehr als nur die Bands anzukündigen und zu verabschieden”, lacht die 27-Jährige und zwirbelt ihren Pferdeschwanz. “Manchen muss ich gut zureden und Händchen halten, um die Nervosität zu nehmen.” 

 

Langsam ist die Luft im Büro der Jungen Bühne verbraucht. Die Terminals kippeln auf ihren Stühlen, sind kaum noch zu halten. “Es ist ein irres Gefühl, wenn du merkst, dass du die Zuschauer hast, wenn sie genauso viel Spaß haben wie wir”, sagt Thomas, der Bassist. “Wir haben einfach Bock zu spielen, egal ob vor fünf oder 500 Leuten”, erklärt Johan der Schlagzeuger. Sänger, Gitarrist und Kopf der Band ist Leif. “So, jetzt müssen wir aufbauen”, sagt er und gibt das erlösende Startsignal. Wie eine Horde junger Büffel springen die Jungs los. Ihnen muss Christina kein Händchen halten. 

 

Terminal geht auf der Bühne ab. Leif und Thomas tanzen, rennen und springen mit ihren Instrumenten über die Bühne. Ungezügelte Spielfreude. Johan, der Schlagzeuger, steht ihnen in nichts nach. Arme und Hände wirbeln die Sticks durch die Luft. Er gibt den Rhythmus vor. 

 

Auch die Zuschauer sind in Wallung. Die Musik von Terminal - Alternative Punk Grunge - kommt an. Die Menge wogt. Ein paar der meist schwarz gekleideten Jugendlichen versucht zu tanzen, doch richtig viel Platz gibt es nicht. Längst sind die Konzerte der Jungen Bühne kein Geheimtipp mehr. “Kieler Woche ist immer ein Muss”, sagt Julian, der mit seinen Kumpels aus Hamburg gekommen ist. “Terminal haben wir schon einmal gesehen und fanden sie geil! Wie könnte man besser ins erste Kieler Woche Wochenende starten?”

 

 

 

Leif Marcussen und Thomas Bolz Johan Meesenburg Leif Marcussen

 



Text und Fotos: Silke Haas