Kieler Woche
16. - 24. Juni 2018

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Welt-Trainer verrät Erfolgsgeheimnis

Pressemeldung vom 19.06.2017   —   Zurück zur Liste

 

Sehr zurückgenommen sitzt er auf der Bank vor dem Mobil der Segler-Zeitung: kariertes Hemd, schütteres Haar – ein Mann, wie scheinbar viele Besucher des Olympiazentrums von Schilksee. Doch die Regatta-Uhr am Handgelenk weist ihn als Segler aus, das grün-gelbe Logo des Australian Sailing Team auf der Brust als einen von hoher Qualität, und die Bücher auf dem Tisch, die er signiert, zeigen: Hier sitzt eine Segel-Koryphäe.

Victor KovalenkoVictor Kovalenko stellt am Wohnmobil der Segler-Zeitung (zur Verfügung gestellt vom Autohaus Kuntz) das nächste Mal am Donnerstag um 18 Uhr seine Biografie vor. Foto: Ralf Abratis

Victor Kovalenko ist der erfolgreichste Trainer des olympischen Segelsports. Sechsmal Olympia-Gold, einmal Silber und dreimal Bronze haben seine Athleten gewonnen. Kovalenko stammt aus der Ukraine, wuchs im Sportsystem der ehemaligen UdSSR auf, war nach deren Zusammenbruch Erfolgstrainer in der Ukraine und wechselte schließlich nach Australien. Immer noch ist er als Trainer aktiv. Mit Matthew Belcher/Will Ryan hat er eines der erfolgreichsten 470er-Duos weltweit unter seinen Fittichen. Nach Silber von 2016 wollen Belcher/Ryan mit dem nun 66-jährigen Kovalenko Gold in Tokio ansteuern.

Mit seiner gerade erschienenen Biografie „The Medal Maker“ verrät Kovalenko seinen Weg zum Erfolg. Ein Weg, der ihn auch immer wieder nach Kiel führte: „Die Welt- und Europameisterschaften von 1987 vor Kiel waren für mich eine der prägendsten Regatten überhaupt. Seitdem bin ich immer wieder hier zur Kieler Woche gekommen. 17 Mal haben meine Athleten einen Kieler-Woche-Sieg eingefahren“, berichtet Kovalenko.

Das Revier vor Kiel sei genau nach seinem Geschmack, da es nicht einfach zu segeln und daher eine gute Schule für alle Athleten sei. „Es ist die Top-Regatta in der Welt – auch in der Art und Weise, wie das Publikum angezogen wird. So bringt man Kinder dazu, vom Segeln zu träumen. Toll, wie es gelungen ist, hier den Geist von den Olympischen Spielen 1972 weiter lebendig zu halten.“ Aus seiner Sicht wäre es für den Weltseglerverband eine gute Idee, das World-Cup-Finale nach Kiel zu geben, um den Sport weiter zu promoten.

Und der olympische Segelsport ist aus Sicht des Welt-Trainers die entscheidende Variante des Segeln: „Hier müssen die Athleten ihre Qualitäten beweisen. Man sieht in allen anderen Disziplinen wie dem Hochsee-Segeln oder dem America’s Cup, dass man nur etwas werden kann, wenn man Olympia-Medaillengewinner an Bord hat.“

Wie man die Sportler zu solchen Größen reifen lässt, berichtete Kovalenko in seinem Buch. Und eine weitere Signierstunde ist für Donnerstag, 22. Juni, um 18 Uhr am Mobil der Segler-Zeitung im Olympiazentrum von Schilksee terminiert.

Für den Montag mussten die Segler in Schilksee erst einmal eine Startverschiebung überbrücken, da sich eine Flaute über der Förde ausgebreitet hatte. Am Mittag schickten die Wettfahrtleiter ihre Klassen aber auf die einzelnen Bahnen, so dass noch einige Wettfahrten im Verlauf des Nachmittags erwartet werden.

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