Die Regattasimulation Virtual Skipper (VSK) erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Segler im In- und Ausland nutzen Virtuell Skipper als Regattatraining. Vor allem in Wintermonaten trifft man auf den virtuellen Gewässern auch mal die eine oder andere Seglerpersönlichkeit. Die Community der virtuellen Regattasegler bemüht sich, als Pendant zum realen Regattieren internationale Events auf hohem Niveau zu organisieren. Alljährliche Weltmeisterschaften und nationale Meisterschaften sowie weitere Events werden als Fleet-, Match- und Team-Racing in unterschiedlichen Bootsklassen von verschiedenen Fansites durchgeführt.
Eine dieser aktiven, in der virtuellen Regattawelt sehr beliebten Seite ist VSKFun (
www.vskfun.com). Mit den Weltmeisterschaften in diversen Bootstypen, insbesondere der RC44, haben die Organisatoren um VSKFun dieses Jahr schon zahlreiche Großveranstaltungen erfolgreich über die Bühne gebracht. Sodann werden wöchentliche Regattaserien angeboten. Diese Events stehen den realen Regatten nur wenig nach. Selbstredend unterscheidet sich das benötigte Equipment vom realen Segeln vollends (PC und Internet statt Boot und Segel), doch entsprechen etwa die Ausschreibungen oder Segelanweisungen den Wettsegelbestimmungen der ISAF und Protestverhandlungen werden von mit dem virtuellen Regattasegeln vertrauten, ausgewiesenen und in der realen Regattawelt aktiven Schiedsrichtern durchgeführt.
Das virtuelle Regatta-Segeln erreicht mit der Kieler Woche 2009 eine neue Dimension. Jobst Richter, selber aktiver Virtual Skipper und User bei VSKFun, kam mit der Anfrage auf die Verantwortlichen von VSKFun zu, ob - in einer gemeinsamen Organisation - virtuelles Segeln auf der diesjährigen Kieler Woche nebst den olympischen und internationalen Klassen als offizielle Bootsklasse an der Start gehen soll. Bei VSKFun stiess er damit auf offene Ohren. Unter der Leitung von Thorsten Döbbeler, ständiges Jurymitglied bei von VSKFun veranstalteten Wettfahrten, stellte VSKFun innerhalb kurzer Zeit ein Organisationsteam zusammen, das sich sogleich an die Arbeit machte. "Über die Anfrage seitens der Kieler Woche-Organisation haben wir uns sehr gefreut und sehen uns in unseren Bemühungen für das virtuelle Regattasegeln nun auch von der realen Segelwelt, die dem virtuellen Segeln je länger je mehr Beachtung schenkt, bestätigt. Dass das virtuelle Segeln nun gerade im Rahmen des ISAF Sailing World Cup zu diesem aussergewöhnlichen Debut kommt, ist für die Community im Allgemeinen und für VSKFun im Speziellen eine grosse Chance, die wir natürlich gerne nutzen." Döbbeler und sein Veranstalterteam von virtuellen Regatten leiteten denn auch gleich die notwendigen Massnahmen ein und klärten mit Jobst Richter erste Vorfragen. Nicht nur auf organisatorische Fragen musste eine Antwort gefunden werden; auch die dem virtuellen Segeln eigenen Rahmenbedingungen mussten besprochen werden. Vor allem das sich vom realen Segeln unterscheidende Strafsystem (VSK vergibt bei Regelverletzungen automatisch eine Strafe) ist für Organisatoren von virtuellen Wettfahrten stets eine Herausforderung. Das in dieser Hinsicht versierte VSKFun-Team wusste aber, dieses Problem mit einem geeigneten, den Wettsegelbestimmungen entsprechenden Strafsystem zu lösen. Auch weitere, dem virtuellen Segeln eigene, geringfügige Spezifikationen der Wettsegelbestimmungen mussten vorgenommen werden.
Die Vorarbeiten der Zusammenarbeit zwischen der Organisation der Kieler Woche und dem Vertreter der virtuellen Segelwelt, VSKFun, sind schon weit vorgeschritten. Die Ausschreibung zur ersten Virtuellen Kieler Woche ist bereits publiziert. Da aufgrund begrenzter Internetleistungen bei virtuellen Regatten nur eine begrenzte Anzahl Boote zugelassen werden können, wird nach einem speziellen Qualifikations-Modus gesegelt. Vom 25. Mai bis 7. Juni 2009 finden verschiedene Qualifikationsregatten statt. Hierzu kann sich anmelden, wer sich auf VSKFun zur Virtuellen Kieler Woche registriert. Aus den Qualifikationswettfahrten wird ermittelt, welche Segler an den im Rahmen der Kieler Woche 2009 stattfindenden Halbfinal- und Finalserien teilnehmen darf. Das in zwei Serien à 25 Booten ausgetragene Halbfinale findet am 20. und 21. Juni, ab 17:00 CEST, unter den besten 50 Skippern der Qualifikation statt. Am 23. und 24. Juni, ab 18:00 CEST, folgt dann das Finale mit 20 Booten. Der Sieger aus allen Regatten wird dann am letzten Sonntag zur Siegerehrung nach Kiel anreisen. Hier wird er diesen Tag mit einer Regattabegleitfahrt beginnen und mit der Siegerehrung abschließen. Gesegelt wird mit dem beliebtesten VSK-Boot, dem ACC, der Nachbildung der Version 5 der America’s Cupper.
"Wir freuen uns, dass wir an der Kieler Woche 2009 auch die virtuellen Segler in Kiel begrüssen dürfen", so Richter. In der Tat werden die virtuellen Regatten vom Publikum hautnah zu erleben sein. Zwar sitzen die Teilnehmer vor dem heimischen PC im In- und Ausland, doch wird eine VSKFun-Crew mit sachkundigen virtuellen Skippern vor Ort vertreten sein, die Wettfahrten der Virtuellen Kieler Woche auf einer Grossleinwand live präsentieren und fachmännisch kommentieren, weitere Eindrücke vom virtuellen Segeln in Form von Videos zeigen und die Simulationssoftware VSK vorstellen. An einem vom Sponsor Addix zur Verfügung gestellten und von VSKFun-Leuten betreuten Stand können die Segler und Besucher VSK und die erste Virtuelle Kieler Woche mitverfolgen und sich vom virtuellen Segeln überzeugen lassen. Döbbeler ist sich dazu sicher: "VSK dient Regattaseglern nicht nur als Taktik- und Regelschulung, sondern kann dank verschiedenen Kameraperspektiven den Wettfahrtverlauf sowie einzelne Situationen wie kein zweites Medium visualisieren, wie es beim realen Segeln normalerweise nicht der Fall ist. Wir sind bestrebt, an unserem Stand diese Vorteile dem Kieler Publikum zu präsentieren."
Auch die Spitzensegler der virtuellen Segelszene freuen sich auf die erste Virtuelle Kieler Woche und sind überzeugt, dass die Veranstaltung in der virtuellen Segelwelt auf Anklang stoßen wird. Florian Conrad, Deutscher Meister 2007: "VSK bietet Segelspaß pur, und wenn dies im Rahmen der Kieler Woche vor einem grossen Publikum geschehen kann, natürlich umso mehr." Auch Cornelius Heeschen, aktueller Deutscher Meister, freut sich auf die Kieler Woche der etwas anderen Art: "Auf dem Wasser habe ich schon einige Male die Kieler Woche miterleben dürfen. Dass ich nun in einem Jahr gleich zwei Kieler Wochen, als Teilnehmer im Platu 25-Feld und als virtueller Segler, bestreiten kann, ist natürlich eine große Freude." Und der Schweizer Philipp Juchli, Silbermedaillengewinner der IDM 2008, freut sich auf seine erste Kieler Woche überhaupt: "Schon letztes Jahr wollte unser Starboot-Team die Kieler Woche bestreiten. Nachdem es letztes Jahr nicht geklappt hatte, beabsichtigten wir, dieses Jahr nach Kiel zu reisen. Der volle Regattakalender machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. So bin ich froh, immerhin als virtueller Segler an der diesjährigen Kieler Woche dabei sein zu können."
Die Zeichen stehen somit gut, dass die erste Virtuelle Kieler Woche ein Erfolg wird. Die Organisatoren haben die Weichen gestellt, die virtuellen Segler sehnen sich nach der ersten virtuellen Segelveranstaltung im Rahmen eines realen Regatta-Events.
Kontakt: Thorsten Döbbeler (
rodeo@konzept-b.net),
www.vskfun.comPressekontakt:
Hermann Hell
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