Personelle Wechsel in Kiel: Reinke bleibt für Sonderaufgaben, Storm geht, Herbst kommt.
Der Profi Stefan Kunstmann übernimmt zur Kieler Woche 2012 (16. bis 24. Juni) die Wettfahrtleitung der Kieler-Woche-Seebahnen. Der 32-Jährige hat vor vier Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und wechselte von der Kieler Förde nach London zum Royal Ocean Racing Club. Der Klub mit der noblen Adresse ist Ausrichter berühmter Regatten wie dem Commodores‘ Cup oder des Rolex Fastnet Race. Dank seiner Spezialkenntnisse von Regatten nach Vermessungsformeln ist Kunstmann in vier Jahren zur festen Größe beim RORC gewachsen. In Kiel tritt der Berufs-Race-Officer die Nachfolge von Eckart Reinke an, der dem Kieler Yacht-Club weiterhin für Sonderaufgaben zur Verfügung stehen wird. Neben Reinke verlässt auch Benjamin Storm die erste Kieler Woche Reihe, neu im Leitungs-Team ist Andreas Herbst.
„Über den Wechsel kann der KYC besonders stolz sein. Stefan ist ein Kind des Hauses, er kam mit 16 Lebensjahren zu mir ins Team und hat sich über alle Stationen über die Jahre hinweg hochgedient. Mit diesem Wissen ist er ein Kenner der Details auf jeder Funktion im Race-Management-Team geworden“, lobt Reinke seinen Nachfolger, mit dem er in den letzten Jahren Seite an Seite die Wettfahrten geleitet hat. „Wir waren auf der Position des Wettfahrtleiters überbesetzt“, so Reinke, der seit Jahren ein vom Weltverband (ISAF) anerkannter Race Officer (IRO) ist und sich als Seebahnwettfahrtleiter bei der Kieler Woche, der Rolex Baltic Week und bei den Farr 40 2009 vor Sardinen einen Namen gemacht hat. Ab sofort plant der 45-Jährige ohne die Kieler Woche, wird aber der deutschen und internationalen Segelszene treu bleiben, weiterhin als International Race Officer arbeiten und sein Mandat in der ISAF wahrnehmen.
Mit Stefan Kunstmann tritt der Wunschkandidat von Eckart Reinke und Organisationsleiter Eckhard von der Mosel in die Fußstapfen Reinkes. Kunstmann begann mit 16 Jahren zunächst als Motorbootfahrer, dann auf Start- und Zielschiff, dann arbeitete sich Kunstmann hoch in die Wettfahrtleitung. Obwohl der 32-Jährige seit vier Jahren in London lebt und Regatten rund um den Globus ausrichtet, ist er dem KYC treu geblieben und steht als Seebahnchef der Kieler-Woche zur Verfügung. Kunstmann hat sich als Berufs-Race-Officer entschieden, zwei Ehrenämter aufrecht zu erhalten: die Kieler Woche und die Olympiade. „In Kiel ist das Ehrensache. Hier ist meine Heimat,“ so Kunstmann.
Neben Reinke verlässt auch Benjamin Storm das Kieler-Woche-Seebahnteam. Die beruflichen Belastungen als Unternehmer lassen dem 33-Jährigen wenig Zeit für das Ehrenamt. Wie Kunstmann stieg Storm mit 16 Jahren früh in das Kieler-Woche-Ehrenamt ein. Nach Marine, Studium und Angestelltendasein machte sich Storm in diesem Jahr selbstständig.
Vom Bordesholmer SV kommend trat Storm 2001 in den Kieler Yacht-Club ein. Seit 1995 ist er anerkannter DSV-Wettfahrtleiter, seit 2009 wie Reinke und Kunstmann ebenfalls IRO. Wettfahrtleitungen bei Regatten in Deutschland, Polen, Schweden, Dänemark, Italien und Spanien stehen auf seinem Konto, das zumindest in der nächsten Zeit keine neuen Einträge erfährt.
Für Storm rückt Andreas Herbst nach und übernimmt 2012 die Seebahn Foxtrott mit den Einheitsklassen. Der 32-jährige Kieler fand als aktiver Segler im Opti und 420er 1995 den Weg in die Kieler Wettfahrtleitung. Neben der Kieler Woche war Herbst in Warnemünde, Neustadt, Flensburg und Stockholm für den Kieler Yacht-Club im Einsatz.
„Wir haben einen harmonischen Übergang geschafft, und ich freue mich, dass wir solche Hochkaräter im Team haben. Unser Team ist top motiviert und möchte am Liebsten gleich morgen die nächste Kieler Woche starten. Das macht Spaß. Ich freue mich auf 2012“, kommentiert Organisationsleiter Eckhard von der Mosel, der die Professionalisierung weiter vorantreiben möchte.