Für das Design der Kieler Woche interessierten sich zwei Semester lang auch Forscher aus Düsseldorf. Heraus kam jetzt ein Band, der die spannende Geschichte des traditionsreichen Designwettbewerbs erzählt.

Forschten über die Geschichte des Design-Wettbewerbes: Karen Weiland, Prof. Philipp Teufel, Prof. Victor Malsy, Jens Müller (v.l.)
Seit vielen Jahren wird am renommierten Bereich Design der Fachhochschule Düsseldorf, der mit rund 800 Studenten eine der größten Designhochschulen in Europa ist, nicht nur das praxisnahe Gestaltungshandwerk gelehrt, sondern auch über die Geschichte des Grafikdesigns geforscht. Heraus kamen zahlreiche international beachtete Buch- und Ausstellungsprojekte - Motto: "Mit Design über Design forschen“.
Das neueste Projekt der Designschule hat sich nun mit der Kieler Woche beschäftigt. Seit 1950 wird ihr jeweiliges Gestaltungsleitbild in einem Wettbewerb ermittelt. In den ersten Jahren noch als offene Ausschreibung mit vielen hundert Einsendungen veranstaltet, lädt die Landeshauptstadt seit 1959 ausgewählte Gestalter ein, ihre Entwürfe einzureichen. Seitdem haben nahezu alle namhaften europäischen Gestalter an diesem Wettbewerb teilgenommen, und nicht wenige der Motive wurden zu Ikonen des Grafikdesigns. So beispielsweise der berühmte minimalistische Entwurf von Hans Hillmann aus dem Jahr 1964. Kein Wunder also, dass inzwischen bereits die Einladung als Auszeichnung gilt.

Gilt als Ikone des Grafikdesigns: Das Kieler-Woche-Plakat von Hans Hillmann aus dem Jahr 1964
Unter Leitung der Professoren Victor Malsy und Philipp Teufel, die sich auch selbst mit Plakatentwürfen für 2011 beteiligt hatten, und gemeinsam mit den beiden Diplom-Designern Jens Müller und Karen Weiland forschte ein Kurs von rund 30 Studenten über die Geschichte des Wettbewerbs. Einen Schwerpunkt bildete die Recherche der Teilnehmer und Gewinner des Wettbewerbs seit 1948. In persönlichen Gesprächen, Kommentaren per E-Mail und Erinnerungen auf dem Postweg berichteten die Gestalter von ihren Eindrücken der Wettbewerbsteilnahme. Über den einen oder anderen Gewinner der ersten Jahre konnte auf diesem Weg Neues und Unbekanntes herausgefunden werden. Weiteres Forschungsfeld war die visuelle Untersuchung der einzelnen Plakate.
Heraus kam jetzt ein Band, der auf 128 Seiten die spannende Geschichte des traditionsreichen Designwettbewerbs erzählt. Erschienen ist es in der "Reihe A5“, die sich als ein wachsendes Archiv der Geschichte des Grafikdesigns versteht. In zahlreichen Abbildungen, Essays und Interviews stellt jeder Band herausragende Persönlichkeiten und wichtige Themen aus der Geschichte des internationalen Grafikdesigns vor.
Der Band zur Kieler Woche zeigt neben allen Gewinnerplakaten auch viele - teils unveröffentlichte - Entwürfe bekannter Grafikdesigner sowie eine Auswahl der Corporate-Design-Systeme aus den vergangenen Jahren. Mit fast 400 Abbildungen, zehn Textbeiträgen und einem biografischen Anhang mit Informationen zu den Gewinnern des Wettbewerbs stellt das Buch den bislang umfangreichsten Band der A5-Reihe dar.
Jens Müller, Karen Weiland (Hg.)
A5/04: Kieler Woche - Geschichte eines Designwettbewerbs
Lars Müller Publishers, Baden/CH
ISBN 978-3-03778-231-6
Deutsch/Englisch
EUR 19,90
Eine Leseprobe aus dem Kieler-Woche-Band ist hier
zu sehen.
Alle Entwürfe des Wettbewerbs für 2011 sehen Sie hier