Kieler Woche
16. - 24. Juni 2018

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Dieser Mann lässt es krachen

Der Mann ist Pyro-Profi: Mehrere hundert Feuerwerke zündet Mathias Kürbs pro Jahr – in ganz Deutschland. Doch das Abschlussfeuerwerk der Kieler Woche, der Sternenzauber über Kiel, ist auch für ihn immer wieder eine Herausforderung.

Seit rund 30 Jahren ist Mathias Kürbs im Pyro-Geschäft. Seit rund 30 Jahren ist Mathias Kürbs
im Pyro-Geschäft.

Rund 18 Minuten dauert das himmlische Spektakel am letzten Abend der Festwoche. Aus 2500 Abschussrohren steigen dann alle klassischen Feuerwerks-Effekte wie Palmen, Blinker, Chrysanthemen und viele weitere Blumenformen, aber auch Bombenschlagsätze und gewaltige Sonnenwirbel über der Förde auf. Dazu kommen rund 50 großkalibrige Feuerwerksbatterien und nochmal einmal so viele Römische Lichterbatterien. Einmal gestartet, erreichen die Feuerwerkseffekte eine Höhe von etwa 200 Metern.

Zuvor platziert Kürbs Mannschaft rund eine Tonne Pyrotechnik auf zwei Pontons. Acht Mitarbeiter sind zwei Tage mit den Vorbereitungen beschäftigt und verlegen dabei auch zwei Kilometer Kabel, um die Feuerwerkskörper zu verbinden. Die einzelnen „Raketen“ werden in Rohren verpackt, eine elektrisch gezündete Treibladung lässt sie schließlich in die Höhe fliegen.

Was dann bei der Explosion sichtbar wird, ist nichts anderes als eine chemische Reaktion von Metallverbindungen – sie sorgt dafür, dass Kiel im Sternenzauber erstrahlt. 

Feuerwerk zur Kieler Woche

Feuerwerk zur Kieler Woche

Feuerwerk zur Kieler Woche

Gefragt sind Geschick und Taktgefühl

Seit rund 30 Jahren ist Mathias Kürbs aus der Nähe von Pirna im Pyro-Geschäft. Der 48-Jährige hat es bereits auf der Sail in Bremerhaven krachen lassen, er hat die Hanse-Sail in Rostock befeuert und so manches Volksfest mit seinen Feuerwerken erleuchtet. Routine ist sein Job auf der Kieler Woche deswegen aber noch lange nicht. „Das Abschlussfeuerwerk über der Förde gehört in die Kategorie der ganz großen“, sagt Kürbs. 

„Unsere Spezialität“, erklärt er, „ist es, Feuerwerk und begleitende Musik zu einem gefühlvollen Arrangement zu verbinden.“ Dabei bildet vor allem die Kreation der verschiedenen Feuerwerks- und Effektbilder am Abendhimmel eine enorme Herausforderung. Denn trotz moderner Zündcomputer erfordert ein Feuerwerk wie das der Kieler Woche noch viel handwerkliches Geschick, Taktgefühl und langjährige Erfahrung.

Wenn zum Abschluss der Kieler Woche dann auch der letzte Stern über der Förde verglüht ist, wenn somit auch die Feuerwerke im Open Park und über Schilksee längst erloschen sind, denkt Kürbs schon an seinen nächsten Knall-Auftritt – irgendwo in Deutschland.