Das Kieler-Woche-Design – weltweit bekannt

An ihr jährlich neues Erscheinungsbild stellt die Kieler Woche höchste Ansprüche: Schon seit 1959 lädt Kiel regelmäßig namhafte Grafiker*innen zum Wettbewerb für ein Corporate Design der Festwoche ein.

Schon die Einladung ist eine Auszeichnung. Denn der Gestaltungswettbewerb genießt weltweit ein hohes Ansehen, zumal viele Motive mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

 

Die Reihe mit bereits mehr als 70 Kieler-Woche-Plakaten seit 1948 ist weltweit einzigartig und ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte. Das Design muss seit 1974 auch auf verschiedensten Artikeln und Souvenirs - etwa Krawatten, Bechern oder Schlüsselanhängern - seine Wirkung zeigen.

 

Das Design 2022

Fünf internationale Büros mit zwölf eingereichten Entwürfen waren für das Design 2022 im Rennen. Die Jury entschied sich für den Entwurf der Grafikdesignerin Tania Prill aus Zürich.

Das sagt die Jury:

„Der vielgestaltige, visuell eindrucksvolle Entwurf strahlt auf den ersten Blick Energie, Vielfalt und Lebensfreude aus. Bei näherem Hinsehen können Gestaltungselemente aus mehr als 70 Jahren Kieler Woche-Design entdeckt werden.

Das Motiv lädt geradezu ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Grafische Elemente zitieren beliebte Kieler-Woche-Plakatmotive und werden zu einer neuen, eigenständigen Komposition arrangiert. Das Plakat spricht gerade in seiner Vielfältigkeit die visuelle Sprache der Kieler Woche.

Unser Fazit: Es macht Lust auf eine bunte, ausgelassene und facettenreiche Kieler Woche 2022. Lebensfreude pur, Energie pur, Kieler Woche pur.“

 

In der Jury saßen vier Fachjuror*innen, vier Sachjuror*innen und zum dritten Mal eine neunte Jurorin aus der Kieler Bevölkerung.

Die Fachgutachter*innen waren Andrew Goldstein vom Karlsruher Designteam 2xGoldstein (ständige Gutachter mit einer Stimme), die Berliner Designerin Ariane Spanier (ständige Gutachterin), der Sieger von 2019 Jiri Oplatek sowie Vanessa Vitsilakis (stellvertretende Leiterin Kieler-Woche-Büro).

Ihnen saßen als Sachgutachter*innen zur Seite: Hauke Petersen als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche, Sven Christensen als Geschäftsführer der Point of Sailing Marketing GmbH, Dr. Carsten Krage als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH und Hanne Pries, stellvertretende Vorsitzende des Kultur- und Wissenschaftssenats der Landeshauptstadt Kiel.

Verstärkt wurde die Jury zudem von Kristin Recke vom Cinemare Filmfestival. 2018 hatte der Hauptausschuss beschlossen, immer ein neuntes Jurymitglied aus der Kieler Bevölkerung zur Jurysitzung einzuladen, um stetig neue Impulse zu setzen und den überregional und international ausgerichteten Designwettbewerb regional besser zu verankern. Das neunte Jurymitglied wechselt jährlich. In diesem Jahr lag der Fokus - wie schon während der Kieler Woche - auf dem Thema Meeresschutz.

 

 

Plakatentwurf
Umsetzungs­entwürfe
Entwürfe von Tania Prill
Umsetzungs­entwürfe
Entwurf von Tania Prill
Farb­varianten
Entwurf von Tania Prill

Die Designerin | Tania Prill

Tania Prill (geboren 1969 in Hamburg, Deutschland) lebt und arbeitet in Zürich und Bremen.

Seit 1999 (Gründung des Designstudios Prill&Vieceli, später Prill Vieceli Cremers) konzentriert sich Tania Prill auf Auftragsarbeiten im Kulturbereich. Seit der Gründung ihres eigenen Designstudios im Jahr 2018 ist Tania Prill darüber hinaus auch als Herausgeberin und Kuratorin tätig und realisiert eigeninitiierte Projekte.

Von 2006 bis 2010 war Tania Prill Professorin für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, seit 2010 ist sie Professorin für Typografie an der Hochschule für Künste Bremen. Tania Prill erhielt für ihre Arbeiten viele nationale und internationale Preise u.a. den Designpreis (Silber) der Bundesrepublik Deutschland, den Grand Prix des Tokyo Type Directors Club und den Jan Tschichold-Preis des BAK (Bundesamt für Kultur, Schweiz).

 
Tania Prill

Die anderen Designer*innen, ihre Entwürfe & Umsetzungen

Julia Hasting

Julia Hasting (geboren 1970 in Bremen, Deutschland) lebt und arbeitet in Zürich. Sie ist die Kreativdirektorin von Phaidon Press. 

Sie studierte Grafikdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und schloss mit Diplom ab. Von 1993 bis 1998 gestaltete sie Corporate Identities, Plakate und Bücher für Kund*innen aus dem Kulturbereich. Danach zog sie nach London, um in enger Zusammenarbeit mit Alan Fletcher Bücher für Phaidon Press zu gestalten. Im Jahr 2000 ging sie nach New York, um die neue Designabteilung als Art Director für Phaidon Press Inc. zu leiten. 2007 hat sie die Designleitung bei Phaidon Press übernommen und ist nach Zürich, Schweiz, umgezogen. 

Von 2001 bis 2003 lehrte sie an der Design-Fakultät der Cooper Union School of Art in New York Publikationsdesign. Sie hielt Vorträge über ihre Arbeit auf der BRNO Biennale of Graphic Design, The AIGA New York, Pentagram New York, F.I.T., der Universität von Lima, Peru, der Integrated Design Conference, Antwerpen, und war Jurymitglied in zahlreichen internationalen Designwettbewerben. Seit 2003 arbeitet sie mit Illustrationen für The New York Times und The New York Times Magazine. Seit 2000 ist sie Mitglied der AGI.

Entwurf Julia Hasting
Umsetzungsentwürfe von Julia Hasting
Umsetzungsentwürfe von Julia Hasting

 

Entwurf Julia Hasting
Umsetzungsentwürfe von Julia Hasting
Umsetzungsentwürfe von Julia Hasting

 

Entwurf Julia Hasting
Umsetzungsentwürfe von Julia Hasting
Umsetzungsentwürfe von Julia Hasting
Christof Nardin

Christof Nardin wurde in Bregenz geboren und wuchs im Bregenzerwald auf. Er studierte Informationsdesign an der Schule für Gestaltung Ravensburg und Grafikdesign bei Fons Hickmann an der Universität für angewandte Kunst Wien.

2007 gründete er sein eigenes Studio für visuelle Kommunikation. Gastprofessuren führten ihn an die Universität der Künste Berlin sowie die New Design University. Er hält Vorträge und ist Mitglied internationaler Jurys. 

Die Arbeit von Christof Nardin wurde vielfach international ausgezeichnet, unter anderem vom Type Directors Club New York, vom Art Directors Club of New York, vom Art Directors Club für Deutschland, mit dem iF-Design Award, dem Red Dot Design Award, den European Design Awards, den Hong Kong Design Awards, dem Joseph Binder Award sowie im Rahmen der Wettbewerbe „Die schönsten Bücher Österreichs“
und „100 beste Plakate“.

Entwurf Christof Nardin
Umsetzungsentwürfe von Christof Nardin
Umsetzungsentwürfe von Christof Nardin

 

Entwurf Christof Nardin
Umsetzungsentwürfe von Christof Nardin
Umsetzungsentwürfe von Christof Nardin

 

Entwurf Christof Nardin
Umsetzungsentwürfe von Christof Nardin
Umsetzungsentwürfe von Christof Nardin
Philipp und Janine Graf

studio stg wurde 2009 von Philipp Graf (geboren 1983 in Aachen, Deutschland) und Janine Graf (geboren 1978 in Paderborn, Deutschland) in Berlin gegründet. Ihr Tätigkeitsfeld bewegt sich zwischen der Konzeption und Gestaltung von Büchern, Ausstellungskatalogen sowie Plakaten und der Entwicklung visueller Auftritte. 

Durch ihre gestalterischen Arbeiten für das Goethe-Institut Berlin und das Poesiefestival Berlin sowie für diverse Verlag haben sie sich weit über Berlin hinaus einen Namen gemacht. Philipp und Janine Graf unterrichten an der Design Akademie Berlin.

Entwurf studio stg
Umsetzungsentwürfe von studio stg
Umsetzungsentwürfe von studio stg

 

Entwurf studio stg
Umsetzungsentwürfe von studio stg
Umsetzungsentwürfe von studio stg
Ira Ivanova und Lou Hillereau

Michelle Phillips (geboren 1986 in Hamburg, Deutschland, Nationalität: britisch) und Johannes Conrad (geboren 1983 in Hamburg, Deutschland) haben an der Universität Brighton Grafikdesign und Freie Kunst und Musik studiert und gründeten ihr gemeinsames Designstudio in Berlin 2012. 

Das Büro ist spezialisiert auf Kreativdirektion, Design für Print und Digitale Medien und hat sich mit ihrer starken, visuellen und zeitgemäßen Ästhetik einen Namen gemacht. Sie gestalten verschiedene Magazine wie Flaneur, Sofa oder Cura. Ihre Arbeiten erhielten unter anderem Preise vom D&AD, Art Directors Club Germany, dem TDC New York und Lead Awards. Zu ihren Kunden zählen Nike, Zeit Verlag und Sony Music.

Studio YUKIKO
Umsetzungsentwürfe von Studio Yukiko
Umsetzungsentwürfe von Studio Yukiko

 

Entwurf Studio YUKIKO
Umsetzungsentwürfe von Studio Yukiko
Umsetzungsentwürfe von Studio Yukiko

 

Entwurf Studio YUKIKO
Umsetzungsentwürfe von Studio Yukiko
Umsetzungsentwürfe von Studio Yukiko

Häufige Fragen zum Wettbewerb

Die Muthesius Kunsthochschule hat bereits an einigen vergangenen Wettbewerben teilgenommen und war mit zahlreichen Absolvent*innen vertreten. Ab dem nächsten Jahr wird die Muthesius Kunsthochschule ein fester Bestandteil des jährlich stattfindenden Corporate-Design-Wettbewerbs zur Kieler Woche.

Der Wettbewerb für das Corporate Design der Kieler Woche ist international anerkannt und verfolgt das Ziel, ein einjähriges Erscheinungsbild zu finden, das einen Wiedererkennungswert schafft und auf zahlreichen Produkten wie z. B. Plakaten, Schlüsselanhängern oder Flaggen funktioniert. 

Es handelt sich hierbei um „Kunst“, welche einem Zweck dient. Im gesamten Jahr müssen graphische Elemente angepasst und in unterschiedlichsten Formaten geliefert werden.

Die Jury des Corporate-Design-Wettbewerbes setzt sich aus vier Fachjuror*innen, vier Sachjuror*innen und einem neunten Jurymitglied aus der Kieler Bevölkerung zusammen. Diese werden aufgrund ihrer jeweiligen Positionen und Funktionen ernannt und nicht aufgrund ihrer Herkunft.

In folgenden Jahren gewannen Designer*innen aus Kiel den Corporate-Design-Wettbewerb:
1974 Andres W. Jahnke
1981 Bernd Brocke
2000 Anja Kühn

Kunst ist immer subjektiv. Sie soll zur Diskussion anregen. Wie der Schriftsteller und Philosoph Voltaire sagte: „Alle Künste sind gut, ausgenommen die langweilige Kunst“.

Ja, es gibt eine Ausstellung aller eingereichten Entwürfe im Rathaus. Geöffnet ist sie montags bis freitags 8-18 Uhr, Eingangsbereich des Kieler Rathauses (Eingang Rathausplatz), Fleethörn 9, 24103 Kiel. Oder natürlich hier auf dieser Seite. 

 

Renommée seit 1948: Kieler-Woche-Plakate

Er ist ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte und international hoch angesehen: der Kieler-Woche-Grafikwettbewerb.

Sehen Sie hier alle Plakatmotive als Galerie.