In guten wie in schlechten Zeiten

Seit 2002 sind die 2.4mR Bestandteil der Kieler Woche. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Die Planungen für die Kieler Woche 2021 laufen auf Hochtouren – und das gleich mehrgleisig, denn die Pandemie verlangt Flexibilität auch bei der Planung von Großveranstaltungen. „Wir planen vielschichtig und bleiben extrem flexibel. Zwar konnten wir 2020 zeigen, was trotz Corona möglich war, aber wir wissen natürlich nicht, wie sich die Pandemie und das Virus entwickeln“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst. Der Termin im Juni (19.- 27.) steht fest, die Klassen sind ausgeschrieben, die Ausschreibung (NOR) steht im Netz, die Partner sind an Bord und die Kieler Woche ist von den Aktiven gewollt. Bereits nach vier Tagen lagen über 600 Meldungen vor.

Dennoch der genaue Ablauf kann sich noch ändern. Die perfekte Umsetzung der Hygienekonzepte ist in Kiel bekannt und ist 2020 bereits gelungen. Andererseits hoffen die Organisatoren in Kiel für dieses Jahr auf eine Lockerung. „Wir arbeiten an verschiedenen Konzepten für ein Landprogramm in Schilksee“, so Sven Christensen, Geschäftsführer der KYC-Marketingagentur Point of Sailing. Damit diese Planungen optimistisch vorangetrieben werden können, ist es unabdingbar, dass die Partner und Förderer der Kieler Woche in guten wie in schlechten Zeiten zu der größten Segelveranstaltung der Welt stehen. „Wir haben unfassbar starke Partner, auf die wir stolz sein können“, erklärt Christensen. Die Gespräche mit bewährten und neuen Partnern laufen auf Hochtouren und machen Mut, so dass auch gastronomische Flächen und die Sponsorenmeile mit Pagoden in Planung sind. „Unsere Partner sehen die Unterstützung der Kieler Woche als ihre sport-gesellschaftliche Verantwortung“, ergänzt Christensen, der damit unterstreicht, dass die Kieler Woche mit Partnern und nicht mit „Nur“-Sponsoren zusammenarbeitet. Dabei wird auf beiden Seiten nicht nur auf die vereinbarten Fakten geachtet, sondern die Partnerschaft wird den Erfordernissen angepasst, denn am Ende sollen beide Seiten zufrieden sein, und die Veranstaltung soll gelingen.


Die boot ist nicht nur in Düsseldorf sondern auch in Kiel Zuhause. Die Messe hat die Partnerschaft mit der Kieler Woche für fünf Jahre verlängert. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Verlass ist auch in rauer See auf die Premiumpartner. So hat die boot ihre Partnerschaft bereits in 2020 um fünf Jahre verlängert, und auch REWE und Volvo sind 2021 an Bord.
Die Partnerschaft mit der Förde-Sparkasse sowie Helly Hansen (bis einschließlich 2022) steht, und accenture hat gerade für drei Jahre verlängert. „Die Zusage von accenture für diesen Zeitraum in diesen Zeiten ist ein unglaubliches Bekenntnis zur Partnerschaft“, freut sich Christensen.

Daneben haben die Förderer wie internationale Farbenwerke, SAP, Dimension Polyant, Remondis und der SVG Verlag ihre Zusammenarbeit verlängert. Auch Gespräche mit neuen Förderern verlaufen positiv. „Nach dem jetzigen Plan möchten wir Gastroflächen, eine Sponsorenmeile und Hospitality-Flächen anbieten. Schilksee wird nach jetziger Planung zur Kieler Woche sicherlich anders aussehen als im Vorjahr, aber auch anders als vor der Pandemie“, so Christensen. Viel Platz und Luft im Outdoor-Gastrobereich, keine Bühne, keine Leinwand und kein großes Gastrozelt könnten die Kieler Woche 2021 in Schilksee kennzeichnen.

Aber nicht nur am Landprogramm wird gefeilt. Im sportlichen Teil wird beim Zeitablauf am Mittwoch als Wechseltag sowie am Verzicht der Medal Races festgehalten. Ausgeschrieben werden alle aktuellen und zukünftigen Olympischen Klassen und somit auch die iQ-Foils-Surfenden sowie 18 internationale Klassen inklusive der foilenden Waszp-Klasse und der Integrationsklasse 2.4mR, die nach Tokio in diesem Jahr auch 2024 bei den Paralympischen Spielen in Paris nicht am Start sein wird. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte sich 2018 gegen den Segelsport entschieden. „Dabei gibt es kaum einen Sport, der so viele Möglichkeiten der Inklusion bietet wie Segeln“, erklärt Dirk Ramhorst. Ganz anders in Kiel. Seit 2002 sind die 2.4 mR bei den Kieler Wochen am Start. Seit 2008 ist die Klasse offen ausgeschrieben. Nur 2020, im Jahr der Pandemie, waren die 2.4mR-Segler*innen nicht mit von der Partie. Doch das Jahr der Kieler Woche der besonderen Art soll eine Ausnahme bleiben, denn für 2021 ist die ehemalige paralympische Klasse wieder ausgeschrieben. Vom 19. bis 22. Juni 2021 starten die 2.4mR im ersten Teil der Kieler Woche.

Dafür bietet Kiel die idealen Voraussetzungen, denn Schilksee ist barrierefrei. In Kiel können Menschen mit Beeinträchtigungen sportliche Aktivitäten betreiben und finden sichere und faire Bedingungen für die Ausübung ihres Sports vor.

So sind sie nicht vergessen, die perfekte Integration der Para World Sailing Championships in die Kieler Woche 2017 sowie die EUROSAF Para Sailing Championships in den Klassen 2.4 mR und Hansa 303 mit 61 Teilnehmern aus 15 Nationen im Rahmen der Kieler Woche 2018.


Regattachef Dirk Ramhorst (Mitte) und Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer überreichen das aktuelle Kieler-Woche-Plakat jedes Jahr auf der boot. Hier das Gemeinschaftsfoto der Organisatoren, Segler und Förderer der Kieler Woche (von links): Petros Michelidakis (Director boot Düsseldorf), Maru Scheel und Freya Feilcke (49erFX-Seglerinnen), Werner Dornscheidt (Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Düsseldorf), Götz Bormann (Vorstandsvorsitzender der Förde Sparkasse), Dirk Ramhorst (Organisationsleiter Kieler-Woche-Regatten), Wolfram Diener (Mitglied der Geschäftsführung Messe Düsseldorf), Kiels OB Ulf Kämpfer, Kristina Herbst (Staatssekretärin im Innenministerium SH), Mats Runström (Klassenvereinigung Fareast 28R), Claudia Greiß (Leiterin Retail&Marketing Volvo), Bertil Balser (Vorsitzender der Regattavereinigung Seesegeln). Foto: www.segel-bilder.de

Doch trotz der Signale aus Kiel bleibt der Segelsport auf der paralympischen Strecke hängen. Einer, der sich besonders für die Inklusion engagiert, hat nie aufgegeben, sich für den Segelsport mit Behinderung einzusetzen: Heiko Kröger. Der zweimalige paralympische Medaillengewinner ist aus der Kieler Starterliste nicht wegzudenken. Elfmal sicherte sich Kröger seit 2002 den Kieler-Woche-Sieg in der 2.4mR. Der Hamburger hat mit großem Engagement Kiel zu dem Inklusionsstandort des Segelsports schlechthin gemacht und wird 2021 erneut am Start erwartet.

Und auch in Zukunft ziehen der Weltseglerverband, der Deutsche Segler-Verband und Kiel an einem Strang zum Wohl der Inklusion. Doch eine künstlich geschaffene Einteilung nach Schadensklassen, die im Segelsport nicht nötig ist, dürfte kaum die Lösung sein.

Teil 1: 19. bis 22. Juni:
Die Klassen 505er, Contender, 2.4mR, 420er, 29er, Laser 4.7, FD, OK-Jolle, Europe, Laser Radial, Waszp und VX One sind ausgeschrieben. - Dazu kommt die Fareast 28R-WM (19. bis 23. Juni).


Teil 2: 24. bis 27. Juni:
Die aktuellen und zukünftigen Olympischen Klassen: 470er m/w, 49er, 49er FX, Finn, Laser Std, Laser Radial, Nacra 17, iQ Foils w/m sowie die Klassen J/24, J/70, J/80, Formula 18 und Nacra 15 sind geplant. „Zudem werden wir auf die nächsten Entscheidungen bei Offshore Mixed Doublehand reagieren. Unser Ziel war und ist es, alle olympischen Klassen in die Kieler Woche einzubinden“, erklärt Dirk Ramhorst.


Die Ausschreibung gibt es unter https://www.kieler-woche.de/de/segeln/noticeboard_protest.php
Die Anmeldung ist möglich unter www.manage2sail.de


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