Gewitter machte vielen Wettfahrten den Garaus Hoffen auf die Jollen-Spätschicht

Rasmus donnerte, Rasmus blitzte und fast alle Seglerinnen und Segler blieben ehrfurchtsvoll in Kiel-Schilksee an Land. Erhebliche Gewitterneigung bremste das Regattaprogramm der Kieler Woche am Montag (20. Juni) weitgehend ein. Alle Bootsklassen bis auf die seegehenden Yachten blieben am dritten Wettfahrttag stundenlang im Hafen. Nacheinander wurden die 2.4mR, der Gold Cup der Folkeboote sowie die Rennen der Contender, FD, OK-Jollen, Europes und ILCA 4 abgesagt.

Nur der Kiel Cup startete auf der Seebahn vor Stollergrund und brachte bis zum frühen Nachmittag eine Wettfahrt ins Ziel, eine zweite startete um 16 Uhr. Frühestens für halb sechs sah Wetterexperte Meeno Schrader ein Abklingen der Gefahren voraus. Für die besten 29er (Gold- und Silberflotte), die ILCA 6 und Waszp sollte es um 18.30 Uhr noch auf den Innenbahnen der Strander Bucht losgehen.

„Die Quellwolken türmen sich in Minutenschnelle auf. Über Wasser sorgen sie dann für große Dreher oder saugen auch schon mal den vorherrschenden Gradientwind komplett auf“, erklärt Diplom-Meteorologe Schrader, wenn sie sich nicht sogar als Gewitter entladen. „Dann sind Böen der Stärke sieben bis acht möglich“, so der Mann, auf den die Kieler Woche-Leitung Montag stündlich hörte. „Die Chance auf reguläre Rennen waren tagsüber zu gering, das Risiko, plötzlich viele kleinen Dingis im Handumdrehen bergen zu müssen, schlicht zu hoch“, rechtfertigte Orga-Chef Dirk Ramhorst die Entscheidungen.

Die "Intermezzo" an der Luvtonne auf der Weg um ersten Tagessieg des Kiel Cups. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche

Auf der Seebahn bei Stollergrund wurde auch am Montag ungeachtet schwieriger Wetterverhältnisse um Kiel Cup-Punkte gesegelt. Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche


Ungeachtet heftigen Platzregens und gleißendem Sonnenschein im Dauerwechsel und sogar im Angesicht des Ansatzes einer Windhose zog die „Intermezzo“ des Berliners Jens Kuphal auf der Seebahn ihre Kreise. Die mit Profis des Offshore Team Germany gespickte Crew landete in der Wertungsgruppe ORC I/II einen sauberen Tagessieg zum Auftakt des Kiel Cups. Es wird insbesondere Yacht-Optimierer Max Gurgel gefallen haben. Der Hamburger hatte in den vergangenen Wochen ein paar Modifikationen auf der „Intermezzo“ durchgesetzt. Den Vorsegelbeschlag hatte er nach vorn verlegt, dadurch mehr Segelfläche generiert. Gleichzeitig wurde der Landmark 43 mod. eine Gewichtskur verschrieben. Mit 150 kg Zusatzgewicht in der Bilge ergibt sich mehr aufrichtendes Moment, um der größeren Segelfläche entgegenzuwirken. Bei den kleineren Schiffen der Gruppe ORC III/IV war es Knut Freudenberg mit seiner „Halbtrocken“ (Flensburg), der den Bug vorn hatte.

Geduldsspiel am dritten Tag der Kieler Woche: Junge Aktive der Nachwuchsklassen warten in der boot Lounge auf Wind und die nächste Durchsage der Regattaleitung. Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche

Nach den Ausfällen am vorletzten Tag des ersten Kieler Woche-Teils wird es in allen Klassen (außer der Seebahn) am Dienstag (21. Juni) eine Stunde früher, also um 10 Uhr, losgehen. Denn um 14 Uhr besteht die letzte Startmöglichkeit. Meeno Schrader macht Mut: „Wahrscheinlich setzt sich eine mäßige Westbrise durch, die hoffentlich nicht zu früh durch Thermik aufgehoben wird.“ Denn bis zu 13 Stunden Sonne soll es geben, und nachmittags dadurch dann einen typischen Sommerwind aus Ost.


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