Sechs Nationen holen Kieler Woche-Gold

Letzte Medaillenrennen am Sonntag in allerletzter Minute

Dreimal Gold für Deutschland brachte der Finaltag der Kieler Woche in den olympischen Segeldisziplinen am Sonntag (26. Juni). Lena Erdil (Kiel) siegte im Surfen, Sophie Steinlein/Thomas Plößel (Hamburg) im 49er-FX und das Kieler Ehepaar Malte und Anastasiya Winkel im 470er. Für internationale Triumphe sorgten die italienischen Olympiasieger Ruggero Tita/Caterina Banti (Nacra 17), das britische 49er-Duo James Peters/Fynn Sterritt, der Finne Kaarle Tapper mit einem überzeugenden Ilca-7-Schlussspurt sowie die überlegene Australierin Mara Stransky (Ilca 6) und Ethan Westera (Aruba), der das entscheidende Finalrennen der iQ-Foil-Surfer vor Titelverteidiger Sebastian Kördel (Hamburg) für sich entschied.

Lange mussten sich die Olympia-Aspiranten am Schlusstag im Olympiazentrum von Schilksee gedulden. Nach gähnender Flaute am Morgen mit entsprechender Startverschiebung ging es plötzlich ganz schnell. Mittags hieß es Ring frei für die Medaillenrennen der olympischen Klassen. Bei inzwischen Traumbedingungen wurden die letzten beiden Finals in allerletzter Sekunde um Punkt 14.05 Uhr gestartet. Der Tag war ein Spiegelbild der gesamten Woche in ständigem Wechsel zwischen idealen und schwierigen Bedingungen. Von den acht Disziplinen mussten am Ende lediglich die Surferinnen (iQ-Foil) passen, alle anderen durften noch mal ihre Leistung auf der Rennstrecke zeigen.

Den ersten deutschen Gesamtsieg machten die 49erFX klar. Mit einem zweiten Platz setzten Sophie Steinlein/Thomas Plößel den goldenen Schlusspunkt im Feld der bei Olympia reinen Frauen-Crews. Nach dem Ausfall der Stammvorschoterin war der zweimalige Olympia-Dritte eingesprungen und führte die Nachwuchs-Athletin mit direktem Coaching an Bord auf Rang eins. Dahinter folgten Vilma Bobeck/Rebecca Netzler (Schweden) und Goergia und Antonia Lewin-Lafrance (Kanada). „Ich bin positiv überrascht. Ich dachte, bei mehr Wind hätten wir mehr Chancen. Nun war es gar nicht so viel Wind, und es hat trotzdem gut geklappt“, sagte Steinlein.

Drei deutsche Teams waren in Gelb, Blau und Violett ins Finale eingezogen, aber der schwedische Weltmeister von 2021, Anton Dahlberg, verhinderte mit seiner Frau Lovisa Karlsson einen kompletten einheimischen Podiumserfolg im 470er. Da Luise Wanser/Philipp Autenrieth (Hamburg/Augsburg) zum Abschluss ins Straucheln gerieten, schoben sich die Schweden noch auf Platz drei. Die Kieler Malte und Anastasiya Winkel sicherten sich knapp das Kieler Woche-Gold vor den immer stärker werdenden Simon Diesch/Anna Markfort (Friedrichshafen/Berlin), die zur Kieler Woche ihren gemeinsamen Regatta-Einstand gaben.

Nur eine erfolgreiche Titelverteidigung gab es bei den Surfern. Lena Erdil (Kiel) blieb am Abschlusstag ohne Arbeit und holte ihren zweiten Kieler Woche-Sieg auf dem iQ-Foil-Brett vor der Dänin Laerke Buhl-Hansen und der Finnin Aleksandra Blinnikka. Sebastian Kördel, der in Tarifa/Spanien lebt, gewann zwar sämtliche Vorläufe der Kieler Woche. Doch im Finalrennen, das bei den Surfern als einziges über Sieg und Niederlage entscheidet, wurde er ausgebremst. „Ich hatte Seegras an der Finne, und das war es dann.“ So surfte Ethan Westera (Aruba) vorbei und schnappte sich das Gold vor Kördel und Fabian Wolf (Kiel).

Sicher verwandelten die Briten James Peters/Fynn Sterritt ihren Matchball im 49er. „Wir haben nicht auf unsere Gegner geachtet, sondern ganz unser Rennen gesegelt“, verriet Peters das Erfolgsgeheimnis, mit dem sie zum Abschluss- und Gesamtsieg vor Diego Botin/Florian Trittel (Spanien) und Isaac McHardie/William McKenzie (Neuseeland) kamen.

Ein doppeltes Finnen-Podium gab es bei den Ilca7. Der Olympia-erfahrene Kaarle Tapper konnte sich durch den Abschlusssieg noch auf Rang eins schieben. Sein Landsmann Valtteri Uusitalo wurde Dritter. Im Finnen-Sandwich auf Platz zwei: der Belgier Wannes van Laer. Durch Platz zwei im Finale wurde Nik Aaron Willim (Schleswig) noch Vierter.

Große Freude gab es bei der Australierin Mara Stransky. Noch nie in ihrem Leben war sie als Führende in ein Medal Race gegangen. Ganz souverän und scheinbar ohne Nervosität absolvierte sie ihre Aufgabe und landete mit einem weiteren Rennsieg, dem vierten in der Kieler Woche-Serie, den Gesamterfolg. Auf den folgenden Plätzen: Monika Mikkola (Finnland) und Mirthe Akkerman (Niederlande). Julia Büsselberg aus Berlin wurde Fünfte.

An den italienischen Überfliegern im Nacra 17, Ruggero Tita/Caterina Banti, war in dieser Woche selten ein Vorbeikommen. Bei sechs Siegen in den neun Wettfahrten konnten die Olympiasieger den vierten Rang im Medal Race verschmerzen, um Gesamtrang eins vor den Doppel-Weltmeistern John Gimson/Anna Burnet (Großbritannien) und den italienischen Ex-Weltmeistern Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (Italien) zu sichern. Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer aus Kiel blieb nur der achte Rang.

Glückliche Gesamtsieger der Kieler Woche 2022: Malte und Anastasiya Winkel im 470er. Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche

Sophia Steinlein profitierte von der großen Erfahrung des zweimaligen Olympiamedaillengewinners Thomas Plößel an der Vorschot und siegte im 49erFX. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche 


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