Eleganz pur bei der Aalregatta

Schönheit und Eleganz sind Synonyme für die klassischen Yachten, die der Kieler Woche (16. bis 24. Juni) am ersten Wochenende ihre Aufwartung machen.

Vom verklinkerten Holz-Folkeboot bis zum traditionellen 12er, vom acht Meter langen Ostseekreuzer bis zum 1918 in Schweden gebauten Gaffelkutter „Gudrun III“ (16 Meter lang/5 Meter breit), vom Holzdrachen und der einstigen Olympischen Bootsklasse 6mR (1908 bis 1952 olympisch) bis zur Bermuda-Yawl „Germania VI“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung reicht die Liste der Klassiker, die in diesem Jahr zum 125-jährigen Jubiläum der Aalregatta das Rendezvous der Klassiker erweitern und an der traditionellen Regatta nach Eckernförde teilnehmen.

Insgesamt über 300 Yachten werden sich am Samstag, 16. Juni, vor Düsternbrook auf der Kieler Förde tummeln, um sich dann ab 10 Uhr in verschiedenen Klassen und Starts zum Welcome Race und der Aalregatta auf den Weg nach Eckernförde zu machen.

Kieler Woche 2018 Rendezvous der KlassikerSchönheiten der Kieler Woche: Die Klassiker nehmen erstmals im Rahmen der Kieler Woche an der Aalregatta nach Eckernförde teil. Foto: Kieler Woche / www.segel-bilder.de

 

Mit 50 bis 100 Klassikern zur Aalregatta rechnet Stefan de la Motte, im Regatta-Ausschuss der Kieler Woche der Klassiker-Fachmann, der mit der „Gothje“, einem Ostseekreuzer, zumindest den Auftakt selbst mitsegelt. Die Klassiker beginnen wie gewohnt mit einem Frühstart. Bereits am Donnerstag treffen sich die Prachtstücke in Kappeln/Grauhöft. An der Schlei sind sie zu Gast bei der Werft Henningsen & Steckmest. Bei den Oldtimern (Meldeberechtigt ist jede Yacht, die bis Ende der 60er Jahre konstruiert und aus traditionellen Materialien gebaut wurde, sowie Jollen aus Klassen, die bis 1945 ins Leben gerufen wurden. Dazu kommen Nachbauten, soweit sie in klassischer Bauweise entstanden sind) geht es neben dem sportlichen Wettkampf auch um Geselligkeit, und so stehen auch ein gemütlicher Abend mit Essen, Getränken und Livemusik auf dem Programm. Am Freitag folgt die Regatta von Kappeln nach Möltenort, wo weitere Klassikerfreunde zur Flotte stoßen werden.

Danach bleibt für de la Motte, IT-Fachmann und Chef der Kieler-Woche-Ergebnisdienste, keine Zeit mehr zum Segeln. Dann muss auch er mit dem rund 400 Mann/Frau starken ehrenamtlichen Kieler-Woche-Team dafür sorgen, dass die Kieler-Woche-Teilnehmer segeln können. Segeln lassen, statt selbst zu segeln, heißt dann die Divise.

Und segelnd präsentieren wollen sich auch die Schönsten der Schönen beim Rendezvous der Klassiker – allen voran die 12er. Die Blütezeit dieser gut 20 Meter langen eleganten Segelschiffe lag in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, als auf den 12ern noch die renommierte Trophäe des America’s Cups aussegelt wurde. Inzwischen wird der Kampf um die 67,6 cm hohe Kanne aus versilbertem Britanniametall mit dem Spitznamen „the auld mug“ (der alte Becher) bekanntlich auf foilenden Geschossen ausgetragen.

Und während die Foiler heute übers Wasser fliegen, sehen die 12er einfach schön aus – und segeln auch noch so. Mit rund fünf bis acht 12ern rechnet Winfried Beeck. Der Eigner der „Trivia“, die im Vorjahr ihren 80. Geburtstag feierte, beschäftigt sich eingehend mit der Geschichte der beeindruckenden Schiffe. „Rund 100 12er-Yachten gibt es noch. Auf der Ostsee segeln etwa 20“, so Beeck bei der Kieler Woche im Vorjahr. Und die Klassenstärke auf der Ostsee wächst. Gerade hat der Argentinier Jose de la Vega seine „Chancegger“ (1969 in klassicher Bauweise mit Honduras-Mahagoni gebaut) in die Ostsee verlegt. Dieser erste 12er von Baron Bich, der damit 1970 die französische Herausforderung für den America’s Cup gestartet hat, soll in Kiel liegen.

Natürlich wird auch in diesem Jahr die „Trivia“ in Kiel dabei sein. Daneben rechnet Beeck mit „Flica II“, „Heti“ (vom berühmten Yachtkonstrukteur und Werftbesitzer Max Oertz entworfen, lief sie 1912 in Hamburg-Neuhof vom Stapel) und der „Sphinx“. Die „Anita“ hat bereits sehr frühzeitig gemeldet. Fehlen werden die skandinavischen 12er („Vim“, „Vanity“, „Thea“, „Kiwi Magic“, „Blue Marlin“ und „Vema“). Sie haben ihren Kieler Auftritt in den Juli verschoben. Vom 6. bis 8. Juli veranstaltet der KYC eine zusätzliche Classiker-Regatta.

Und während am zweiten Kieler-Woche-Wochenende (23. Juni) die Windjammer-Parade zig Tausend Gäste an die Förde lockt, werden am ersten Samstag die wassersportbegeisterten Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Hafenmole, an der Kiellinie und am Strand ihre Logenplätze einnehmen, ihren Favoriten die Daumen drücken oder einfach nur den schönen Ausblick auf das Regattafeld genießen, das neben Rennziegen wie den ClubSwan 50-Yachten auch pure Eleganz bietet.

Terminplan des Rendezvous der Klassiker:

Donnerstag, 14. Juni, ab mittags: Eintreffen der ersten Teilnehmer am Klassiker Rendezvous in Kappeln/Grauhöft in der Yacht- und Bootswerft Henningsen & Steckmest. Es ist ein gemütlicher Abend mit Klönschnack, Essen, Getränken und Live-Band geplant. Für das Abendessen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Freitag, 15. Juni, 7 Uhr: gemeinsames Frühstück; 8 Uhr: Öffnung der Regattabüros; 9 Uhr: Steuermannsbesprechung; 11 Uhr: Start der Seewettfahrt von Schleimünde nach Kiel, Mole Möltenort; ab 18 Uhr: Öffnung der Regattabüros in Möltenort; ab 19 Uhr: Abendessen und anschließend Live-Musik MS DANA / altes Feuerschiff; 21 Uhr: Siegerehrung für die Seewettfahrt; 22:30 Uhr: Steuermannsbesprechung für die Aalregatta.

Samstag, 16. Juni, ab 7 Uhr: Tellerfrühstück im Galerie-Café Röhrskroog; 10.45 Uhr: Start der ersten Klassiker zur Aalregatta. Die Startlinie wird zwischen dem Hafenmeister-Turm des Olympiahafens Düsternbrook und einer Starttonne gelegt. Die Startfolge ist der Segelanweisung zu entnehmen; bis 19 Uhr: Zieldurchgang vor dem Stadthafen Eckernförde. Die Ziellinie bilden ein Zielschiff (vermutlich ein V-Boot der Bundesmarine) und eine Zielspiere. Es wird versucht, für die Klassiker einen Liegeplatz-Bereich hinter der Klappbrücke zu reservieren. Die Klappbrücke wird entsprechend häufig öffnen. Bitte auch entsprechende Einweiser-Boote beachten. 21 Uhr: Siegerehrung der Aalregatta-Teilnehmer auf der Bühne an der Hafenspitze.

Sonntag, 17. Juni, ab 8 Uhr: Frühstücksbuffet im „Luzifer“. Eine Anmeldung ist erforderlich. 11.40 Uhr: 1. Start für die Rückregatta nach Kiel. Die Siegerehrung der Rückregatta findet während des Wintertreffens 2019 in Hamburg statt.

Kieler Woche (16. bis 24. Juni)
Teil 1 (16.-19. Juni):
29er (Euro Cup, 18 Wettfahrten), 505er, Albin Expreß, Contender, Europe, FD, Folkeboot, Formula 18, Hobie 16, J/24, Laser 4.7, Laser Radial (Open), OK-Jolle (alle 11 WF.).

Teil 2 (20./21.-24. Juni):
Olympische Klassen (20.- 24. Juni/EUROSAF Champions Sailing Cup /10 WF + Medal Race): Laser Std. Männer, Laser Rad. Frauen, 470er Frauen, 470er Männer, Finn (+ Master-Wertung), 49er Männer, 49erFX Frauen, Nacra 17 Mixed.
Eurosaf Para Sailing EM (20.-24. Juni/10 WF): Hansa 303, 2.4mR (Open, mit Extra-EM-Wertung)
Internationale Klassen (21. – 24. Juni/11 WF): 420er, J/70, J/80, Melges 24.
Laser Rad. WM der Männer (20.-24. Juni).

Offshore (16.- 23. Juni)
Aalregatta (16./17. Juni), ohne Vermessung (Kiel-Rating) und Rendezvous der Klassiker.
Welcome Race (16./17. Juni): ORC Club I-IV, Albin Ballad, Multihull.
ORC Baltic Pre Worlds (Kiel-Cup/18.-20. Juni/9 WF): ORCi I-IV + IRC/Gemeinschaftswertung.
Senatspreis (21. Juni): ORC Club I-IV
Silbernes Band (22./23. Juni): ORC Club I-IV


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