Verkürztes silbernes Band

Zehn Knoten Wind schoben die „Desna“ als erstes Boot gegen 8 Uhr morgens beim Silbernen Band der Kieler Woche durch das neu gelegte Zielgate. Die Wettfahrtleitung hatte sich für eine Bahnverkürzung um etwa 20 Meilen entschieden und die Dickschiffe nach 100 Meilen die Ziellinie bei Langeland Süd passieren lassen. Die zweitschnellste Yacht war die „Farr-Laessig“.
 
„Wir wollten sie sicher ins Ziel holen und nicht ins Windloch fahren lassen“, erklärte Wettfahrtleiter Ralf Paulsen die Entscheidung. Zu dem Zeitpunkt hatten die Segler bereits eine schwierige Nacht hinter sich. Im Svendborgsund hatten sie mit starkem Gegenstrom zu kämpfen. Zwei Boote liefen auf Grund und mussten freigeschleppt werden. Das bedeutete die Disqualifikation für „Harp8“, die in der Wertung der Double Hand Offshore Challenge startete, und „Equity Kicker“.  

Lina Rixgens stieg bei Fabian Buhse an Bord. Eigentlich wollte Rixgens mit ihrem neuen Mini 6.5 starten. Doch der Mast wurde noch nicht geliefert. Foto: Eike Schurr - Blondsign


Die „Desna“ mit Sven Wackerhagen (Kiel) am Steuer brauchte 13 Stunden und 22 Minuten, bis sie die Ziellinie überquerte. Das reichte auch nach berechneter Zeit für den Sieg in der ORC I Klasse. Anders sieht es bei Michael Schulz (Braunschweig) und seiner Crew auf der „Farr-Laessig“ aus. Sie waren zwar mit 14 Stunden und 17 Minuten das zweite Boot im Ziel, mussten aber in der Berechnung einen größeren Verlust als andere hinnehmen und landeten so auf dem siebten Platz.

Sieger in der ORC II Wertung wurde Christian Rönsch (Hamburg) mit der „Piranha“. Im Feld der kleineren Yachten der ORC III+IV machte Hauke Moje (Kiel) mit der „Quiron“ das Rennen. Unter den Yachten, die ohne ORC unterwegs waren, konnte Jochen Heinz (Flintbek) mit der „io“ den Sieg ersegeln. Mit dem Silbernen Band ging auch die Double Hand Offshore Challenge zu Ende. Nach drei gesegelten Rennen entschied Johannes Christophers (Hamburg) auf „Fliege“ die Premiere für sich.

Eigentlich hatte auch Lina Rixgens mit ihrer neuen Mini 6.5 bei der Double Hand Offshore Challenge starten wollen, doch die Mastlieferung verzögerte sich. „Ich finde es super schade, da ich es fest eingeplant hatte und bei diesem Event die ersten Teststrecken mit dem Boot segeln wollte.“ Nun verschiebe sich alles bis zur Travemünder Woche. Am 19. Juli sei die Bootstaufe geplant und danach gehe es zu den ersten Segeleinheiten, zeigte sich Lina Rixgens optimistisch, dass der Mast bis dahin angekommen ist. „Ich habe dann die Einladung zum Mitsegeln auf einer anderen Mini zum Silbernen Band bekommen“, erklärt sie. Zusammen mit Fabian Buhse ging sie auf die Strecke. „Es war insgesamt ganz gut. Aber der Kurs war für unseren Mini nicht besonders tauglich.“ 

Um 18.35 Jahr am Abend zuvor waren 27 Yachten zur traditionellen Langstrecken-Regatta über Nacht gestartet. Nicht mehr am Start war Konrad Smolen. Der Pole hatte zwar mit seiner Crew gemeldet, hatte aber Angst, es bei dem wenigen Wind zeitlich nicht mehr zurück in die Heimat zu schaffen. Während die anderen Boote sich auf dem Regattakurs befanden, segelte die Caravela 950 bereits in Richtung Danzig.

„Wir brauchen so in etwa 50 bis 60 Stunden für die Strecke“, erklärte Konrad Smolen, der bereits zum zehnten Mal den langen Weg nach Kiel auf sich genommen hatte. „Ich liebe die Stadt und die Regatta“, schwärmt er. Auch wenn es in diesem Jahr für die Crew nicht so gut lief. „Unser GPH ist schlimm. Das Boot ist nicht für das Crewsegeln geeignet sondern eigentlich ein Doublehander. Wir wollten es ausprobieren und schauen, ob wir damit im Feld konkurrieren können, mussten aber feststellen, dass wir das nicht können.“

Hinzu kamen Probleme mit dem Spinnaker beim Kiel-Cup. Als der alte Gennaker zum Senatspreis wieder als Vorwindsegel gesetzt wurde, lief es besser. Montag müssen sie alle wieder bei der Arbeit sein, bis dahin liegen noch viele Seemeilen vor ihnen.

 

Ergebnisse Silbernes Band:

ORC I: 1. „Desna“ Sven Wackerhagen (Kiel) Punkte 1; 2. „Zukunft IV“ Niklas Schubert (Kiel) 2;

ORC II: 1. „Piranha“ Christian Rönsch (Hamburg) Punkte 1; 2. „Rarotonga“ Werner Lemmel (Berlin) 2; 3. „Dockenhuden“ Jan Krüger (Hamburg) 3;

ORC III+IV: 1. „Quiron“ Hauke Moje (Kiel) Punkte 1; 2. „Hinden“ (Strande) 2; 3. „Jalapeño“ Hinnerk Blenckner (Eckernförde) 3;

Kein ORC: 1. „io“ Jochen Heinz (Flintbek) Punkte 1; 2. „Longo Mai“ Thomas Jung (Kiel) 2; 3. „Ellide“ Florian Maxeiner (Kiel) 3;

 
Ergebnisse Doublehand Offshore Challenge:

1. „Fliege“ Johannes Christophers (Hamburg,2/1/1) Punkte 4; 2. „Sharifa“ Rasmus Töpsch (Strande,1/3/2) 6; 3. „Halbtrocken“ Dr. Knut Freudenberg (Flensburg,3/2/5) 10; 4. „Harp8“ Joachim Harpprecht (Molfsee,4/5/5) 14;


Ergebnisse Senatspreis:

ORC I+II: 1. „Stardust“ Alf Henryk Wulf (Stuttgart) Punkte 1; 2. „Equity Kicker“ Karsten Mau (Flensburg) 2; 3. „Resolute“ Andi Lochbrunner (Lindau) 3;

ORC III+IV: 1. „Fakse“ Leif Kemmerich (Göttingen) Punkte 1; 2. „Himmelblau“ Wilfried Heinen (Vettweiß) 2; 3. „Caravela 950“ Konrad Smolen (POL) 3;  


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