Olympiasiegerin und Weltmeister am Start


Die Kieler-Woche-Titelverteidiger und Olympia-Dritten in der Klasse Nacra 17, Thomas Zach/Barbara Mats (Österreich) haben gemeldet. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Innerhalb von neun Tagen waren die Teilnehmerlisten in acht Klassen geschlossen und die Veranstalter mussten bei der Vergabe der maximalen Starterplätze in den Klassen nachjustieren. Die internationale Segelwelt setzt auf die verschobene Kieler Woche (5. bis 13. September).
 
Neben den Nachwuchsklassen 29er (Eurocup) und Laser 4.7 ist vor allem in den olympischen Klassen der Andrang groß. „Mit diesem Tempo haben wir nicht unbedingt gerechnet, aber darauf gehofft. Es unterstreicht, dass die Aktiven sich auf die Regatta in Kiel freuen und unbedingt bei der Kieler Woche dabei sein wollen. Es ist eine große Anerkennung für die Kieler Woche“, so Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Doch genauso groß wie die Freude ist in Zeiten der Corona-Pandemie das Bewusstsein für die Verantwortung für die Aktiven und Veranstalter.
 
„Bei der Planung der Segelwettbewerbe werden wir keine Kompromisse machen. So werden wir bestehende Obergrenzen bei der Teilnehmerzahl einhalten und zusätzlich die Verordnungen wie Hygienevorschriften und Abstandsregeln erfüllen. Und natürlich schauen wir bei den internationalen Teilnehmern sehr kritisch auf den Status in Ihren Herkunftsländern“, so Ramhorst.
 
Nicht nur die Quantität spricht für die Kieler Woche 2020, auch die Qualität. Olympiamedaillengewinner, Weltmeister und Kieler-Woche-Sieger von 2019 haben gemeldet. Dabei erhalten die Topten der Olympischen Spiele 2016 vor Rio de Janeiro (Brasilien) und den jüngsten Weltmeisterschaften in den olympischen Klassen Melde-Wildcards.
 
 
Laser Radial:

Das stärkste Feld weisen die Laser Radial Frauen auf. Die kompletten Topten der Weltmeisterschaft 2020 in der olympischen Einhandklasse für Frauen am Start. Ebenso die drei Medaillengewinnerinnen aus Rio.
 
Allen voran die Olympiasiegerin von 2016 und amtierende Weltmeisterin Marit Bouwmeester aus den Niederlanden. Wie bereits bei der WM Anfang des Jahres in Australien trifft Bouwmeester auf ihre Landsfrau und WM-2. Maxime Jonker, die Norwegerin Line Flem Höst (WM-3.), die WM-4. Anne-Marie Rindom. Die Dänin gewann 2018 die Kieler Woche und holte vor Brasilien bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille. Die Silbermedaillengewinnerin von 2016 Annalise Murphy (Irland) und die Olympia-Fünfte aus Finnland Tuula Tenkanen komplettieren das Favoritenfeld.
 
Mehr hochkarätige Konkurrenz geht nicht für die deutsche Hoffnung Svenja Weger. Die Berlinerin hat für Deutschland das Nationenticket für die Spiele in Japan gesichert und mit Rang 13 bei der WM unterstrichen, dass sie durchaus Topten-Chancen hat. Die Europameisterin von 2014 feiert einen Tag vor der Kieler Woche ihren 27. Geburtstag und kann sich das schönste Geburtstaggeschenk selbst bescheren. 


Auch Josefin Olsson, Vorjahressiegerin der Kieler Woche und Olympia- sowie WM-Sechste in der Klasse Laser Radial zählt sicherlich zu den Kandidatinnen auf den Kieler Woche-Sieg. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Laser Standard:

Im Laser bekommt es der amtierende Weltmeister Philipp Buhl (Kiel, NRV) mit dem Olympiazweiten und WM-3., Tonic Stipanovic (Kroatien), dem Olympia-Siebenten Pavlos Kontides aus Zypern, dem Olympia-Achten Juan Ignacio Maegli aus Guatemala und Segellegende Robert Scheidt zu tun. Der Brasilianer trug sich bereits dreimal in die Kieler-Woche-Siegerliste der Lasersegler ein und zählt zu den Stammgästen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.  Zweimal olympisches Gold (1996 und 2004), zweimal Silber (2000 und 2008) und einmal Bronze (2012) sowie neun WM-Titel im Laser und zwei im Star sind Bestandteil der Trophäen-Sammlung des zweimaligen Weltsegler des Jahres. Dass der heute 47-Jährige noch nicht zum alten Eisen zählt, bewies Scheidt bei den Spielen 2016 mit Rang Vier. Um ganze vier Punkte verpasste der Brasilianer den Sprung aufs Podium.
 
Auf der anderen Seite der Alterspyramide der Lasersegler vor Kiel steht Julian Hoffmann. Der 18-jährige Nachwuchssegler des Jahres von 2018 kommt aus dem Philipp Buhl-Club SC Alpsee Immenstadt und wandelt auf den Spuren seines Vorbildes. Noch im Vorjahr segelte Hoffmann bei der Kieler Woche des Nachwuchses, den Young Europaens Sailing, im Radial auf Rang eins und belegte bei den Youth Worlds für Deutschland Platz elf. Nun tritt der Bayer erstmals im Laser Standard vor Kiel an und misst sich in der olympischen Klasse mit den ganz Großen und insgesamt 119 Konkurrenten. 141 stehen auf der Meldeliste.
 
 
Nacra 17:

Im Nacra 17 sind die amtierenden Weltmeister aus Großbritannien John Gimson/Anna Burnet und die Goldmedaillengewinner aus Brasilien Santiago Lange/Cecilia Carranza Saroli (wildcard) gemeldet. Diese beiden Topcrews, die Franzosen Quentin Delapierre/Manon Audinet (WM-4.), das italienische Duo Vittorio Bissaro/Maelle Frascari (Olympia- und WM-5.), die WM-Achten Lin Cenholt/Christian Peter Lübeck aus Dänemark, die WM-Neunten Sinem Kurtbay/Akseli Keskinen aus Finnland sowie die Kieler-Woche-Titelverteidiger und Olympia-Dritten Thomas Zach/Barbara Mats (Österreich) dürften alles daran setzen, der deutschen Nachwuchscrew Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kiel) das Leben schwer zu machen. Kohlhoff, der 2015 und 2016 mit Caro Werner Kieler-Woche hamstern konnte, möchte im „vorolympischen“ Jahr seins draufsetzen. Der 26-jährige Sportsoldat war 2016 der Jüngste im deutschen Olympiateam. Mit seiner neuen Vorschoterin Alica Stuhlemmer sicherte er zu Jahresbeginn mit Rang elf den deutschen Nationenplatz für die Spiele und nimmt nun seinen zweiten olympischen Anlauf.
 
 
49er
:

Im 49er ruhen die deutschen Hoffnungen auf den WM-Dritten Erik Heil/Thomas Plößel. Die Bronzemedaillengewinner von Rio haben nach einem Jahr Pause ihre Ambitionen auf Titel vor Australien unterstrichen. Vor Kiel messen sich die Vorzeigesegler des NRV mit den amtierenden Vizeweltmeistern Diego Botin/Iago Lopez Marra (Spanien/Olympia-Neunte) den Olympia-Vierten und WM-7., Jonas Warrer/Jacob Precht Jensen aus Dänemark, den WM-Vierten aus Österreich, Benjamin Bildstein/David Hussl, den WM-10. Sime und Mihovil Fantela (Kroatien) und die deutsche Nachwuchshoffnung Tim Fischer, der zusammen mit seinem ehemaligen Vorschoter Fabian Graf (beide Kiel), 2018 bei der WM vor Aarhus (Dänemark) mit Rang drei das deutsche Nationentickets für Japan sicherte.
 
 
49er FX:

Im 49er FX treffen die Kieler-Woche-Titelverteidigerinnen Victoria Jurczok/Anika Lorenz aus Berlin (WM-5.) auf die Weltmeisterinnen des Vorjahres, Annemieke Bekkering/Annette Duetz. Die Olympia-7. aus den Niederlanden mussten sich in diesem Jahr bei der WM mit Rang acht zufriedengeben. Zu den weiteren Favoritinnen vor Kiel zählen die Französinnen Lili Sebesi/Albane Dubois, die bei der WM im Frühjahr Rang vier belegten. Auf dem heimischen Revier immer für Titel gut, sind Tina Lutz/Susann Beucke. Sie konnten 2013 und 2016 die Kieler Woche gewinnen. Gemeinsam mit Jurczok/Lorenz, die 2016 bei den Spielen Rang neun belegten und mit dem dritten Rang bei der WM 2016 und der EM 2017 Podiumsplätze ersegelten, kämpft die bayerisch-norddeutsche Crew noch um das eine Ticket für die Olympischen Spiel 2021, ihr dritter Anlauf.
 
Die amtierenden Weltmeisterinnen Tamara Echegoyen/Paula Barcelo aus Spanien meldeten als 61. und wäre Nummer 1 in der Warteliste. Tamara Echegoyen hatte mit ihrer damaligen Vorschoterin Berta Betanzos vor Rio um zwei Punkte Bronze verpasst. Wie die Goldmedaillengewinnerinnen Martine Grael/Kahena Kunze aus Brasilien und die WM-Dritten Stephanie Roble/Maggie Shea (USA) profitieren sie von der Wildcard.


Im 49er FX wollen Victoria Jurczok/Anika Lorenz aus Berlin (WM-5.) ihren Kieler-Woche-Titel verteidigen. Foto: www.segel-bilder.de


Finn:

Im olympischen Finn trifft Max Kohlhoff (KYC) auf Jorge Zarif  (Brasilien/Olympia-4.), Max Salminen (Schweden/Olympia-6.) und Jake Lilley (Australien/WM-8.).

 

Die neue Ausschreibung/Notice of race steht ab sofort im Netz unter: www.manage2sail.de und www.kieler-woche.de

 


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