Kieler Woche
18. - 26. Juni 2016

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Schafft Buhl den Hattrick?

Pressemeldung vom 17.06.2014   —   Zurück zur Liste

 

Spannung bei den 49erFX – 29er EM lockt den Nachwuchs nach Kiel – Buhl: Hier ist Segeln keine Randsportart

Mehr als 4.500 Segler/innen aus mehr als 50 Nationen mit 1.800 Booten werden vom 21. bis 29. Juni zur 132-jährigen Kieler Woche in Schilksee erwartet und in 42 olympischen, paralympischen, internationalen und Offshore-Klassen um Titel und Medaillen kämpfen. Mit dem Auftritt der beiden Silbermedaillen-Gewinnercrews der Paralympischen Spiele vor Weymouth, Heiko Kröger (2.4mR) und Jens Kroker, Robert Prem und Siegmund Mainka (Sonar), dem Abschluss des EUROSAF Champions Sailing Cup in den olympischen Klassen sowie der EM der 29er mit über 175 Skiffs und der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Seesegler sind einige Highlights in die Kieler Woche integriert.

Von den Marinekuttern bis zur Windjammerparade, vom Classic Race bis zur Nachwuchsskiff-EM – in Kiel wird das gesamte Spektrum des Segelsports geboten. Bei der Pressekonferenz am Dienstag, 17. Juni, im Kieler Yacht-Club präsentierten die Veranstalter um die Organisationsleiter Peter Ramcke und H.-Eckhard von der Mosel ein Programm zwischen Tradition und Innovation.

Den seglerischen Auftakt der Kieler Woche bildet der Olympische Teil vom 21. bis 25. Juni. Der Part ist zugleich Bestandteil des EUROSAF Champions Sailing Cups, der nach Stationen in Riva (Italien), Medemblik (Niederlande) und Weymouth (Großbritannien) in Kiel endet.

Nicht nur beim Blick in Richtung Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien), sondern auch vor Kiel zählt Philipp Buhl zu den großen Hoffnungen des deutschen Teams, auch wenn der 13. Platz beim World Cup vor Palma (Spanien) und der 11. Rang vor Hyères (Frankreich) nicht ganz den Erwartungen genügten. „Das entspricht auch nicht meinen Ansprüchen. Die Vorbereitung für die Saison verlief nicht optimal, und trotzdem war ich mit meiner Leistung zu Beginn der beiden Weltcup-Regatten in Palma und Hyères sehr zufrieden. Doch am Ende habe ich jeweils das Medal Race deutlich am letzten Tag mit Platz 14 in Palma und mit Platz 13 in Hyères verpasst“, so Buhl.

Der Laser-Segler aus Sonthofen belegte bei der vergangenen Weltmeisterschaft vor Oman Platz drei. „An diese Leistung möchte ich anknüpfen. Ich möchte also wieder eine Medaille bei der Weltmeisterschaft gewinnen. Wenn ich mir die Ergebnisliste der WM im letzten Jahr anschaue, wo ich mit zwei Punkten mehr auf dem Konto Sechster geworden wären, weiß ich, dass keine Zeit zum Ausruhen bleibt“, erklärte Buhl im Kieler Yacht-Club.

Gold ging bei der WM 2012 einmal mehr an den Brasilianer Robert Scheidt. Der Ausnahmesegler mit deutschen Vorfahren ist fünffacher Olympiamedaillengewinner (2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze) und treuer Kieler-Woche-Teilnehmer. In Kiel verhinderte Philipp Buhl im Vorjahr den brasilianischen Sieg und verwies Scheidt auf Platz zwei.

Buhl gehöre zur nächsten Generation, die das Spiel auf die nächste Ebene gehoben habe, zollte der 40-jährige Brasilianer dem jungen Konkurrenten aus Bayern Anerkennung. Vom 21. bis 25. Juni kann Buhl nun mit einem Sieg den Hattrick nach 2012 und 2013 perfekt machen. Und Siege in Kiel schmecken besonders gut. „Die Kieler Woche ist das größte Segel-Volksfest der Welt mit der besten Segel-Berichterstattung im Olympiazirkus weltweit. Hier, vor meiner eigenen Haustür zu gewinnen, macht besonders viel Spaß. In Kiel spüre ich nie, dass Segeln eventuelle als Randsportarten behandelt werden könnte“, so Buhl.

Robert Scheidt vor Philipp Buhl

Robert Scheidt vor Philipp Buhl - Photo: Kieler Woche / OKpress

Die 49er-Segler Erik Heil/Thomas Plössel (Kiel) sind trotz des verpassten Medal Races vor Hyères eine weitere deutsche Hoffnung und kämpfen im einem inzwischen 70 Boot starken Feld um eine Medaille.

Mit einer starken Frauen-Armada im 49er FX mit den Vorjahres-Kieler-Woche-Siegerinnen und Sechstplatzierten von Hyères, Tina Lutz/Susann Beucke (Bergen/Kiel), den WM-Sechsten Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Kiel), den Zwillingen Jule und Lotta Görge (Kiel) sowie Leonie Meyer (Osnabrück) und Elena Stoffers (Kiel), die nach ihrem Kreuzbandriss 2013 wieder ins Trapez stieg und in Hyères gleich auf Rang 14 landete, darf sich das Audi Sailing Team Germany auch Chancen auf Kieler-Woche-Gold machen.

„Es macht natürlich besonders Spaß, auf dem Heimatrevier zu gewinnen“, so Susann Beucke (Strande), die mit ihrer Steuerfrau Tina Lutz alles daransetzen wird, den Kieler Sieg zu wiederholen, auch wenn in diesem Jahr andere Regatten im Fokus stehen. „Höhepunkte sind wie immer WM und EM und als Motivationshighlight die Pre-Pre-Olympics in Rio“, erklärte Susann Beucke bei der Pressekonferenz in Kiel.

Tina Lutz und Susann Beucke in Aktion

Tina Lutz und Susann Beucke in Aktion - Photo: Kieler Woche / OKpress

In Santander (Spanien) soll bei der Weltmeisterschaft aller olympischen Klassen der Nationenplatz gesichert und ein optimaler Platz erzielt werden. Es ist das vierte Mal, dass die WM-Titel aller olympischen Klassen bei einer Veranstaltung vergeben werden. 2003 war das spanische Cadiz, 2007 das portugiesische Cascais Schauplatz der Regatten, 2011 Perth (Australien) und im September (8. bis 15.) Santander.

Die letzten Ergebnisse und Erfolge haben Selbstbewusstsein geschaffen. „Wir haben uns in den Top Ten der Welt etabliert, und gerade die Konstanz in den Ergebnissen macht uns froh. Jetzt wollen wir jedoch probieren, uns aus der Komfortzone heraus zu bewegen und mehr nach vorne zu wagen“, so Steuerfrau Tina Lutz.

Und wenn Kiel auch in der sportlichen Rangliste nicht ganz oben steht, so ist die Kieler Woche für die Seglerinnen der Deutschen Nationalmannschaft dennoch etwas Besonderes. „Dadurch, dass unsere Familien und Freunde da sind, ist ein Sieg in Kiel besonders schön. Aber auch die mediale Aufbereitung der Medal Races durch Audi und SAP macht das Segeln und dann auch noch einen Sieg zum absoluten Highlight“, weiß die Titelverteidigerin um dieses besondere Gefühl.

Zu den deutschen Favoriten bei der Kieler Woche zählt neben den 49er FX-Seglerinnen der mehrfache Olympiamedaillengewinner Heiko Kröger (Hamburg) im paralympischen 2.4 mR. Mit seinem jüngsten Sieg beim Weltcup in Frankreich unterstrich der Goldmedaillengewinner der Paralympischen Spiele 2000 und Silbermedaillengewinner von 2012, dass man als 48-Jähriger noch medaillentauglich ist. Auf seinem Heimatrevier vor Kiel zählt Kröger grundsätzlich zu den Favoriten. Sechsmal sicherte sich der Hamburger den Kieler-Woche-Sieg im 2.4mR.

Im Sonar, der zum ersten Mal bei der Kieler Woche auftritt, zählen die Silbermedaillengewinner von Weymouth 2012, Jens Kroker, Robert Prem und Siegmund Mainka, zu den Favoriten.

Und während in den paralympischen Klassen Deutschlands Medaillengewinner in Kiel Favorit und die Hoffnung für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Brasilien; 5. bis 21. August 2016) sind, befindet sich die deutsche Nationalmannschaft in den Klassen Finn, 470er Frauen und Männer im Umbruch bzw. im Laser radial und Nacra 17 im Neuaufbau.

Doch die jüngsten Weltcup-Ergebnisse von Hyères (Frankreich) machen Mut, denn zwei 470er-Crews machten mit ihren Finalteilnahmen auf sich aufmerksam: Jan-Jasper Wagner und Dustin Baldewein gewannen sogar das Medaillenrennen und wurden insgesamt Zehnte. Annika Bochmann und Karoline Göltzer belegten im Finale Rang sieben und beendeten die Weltcup-Regatta als Achte. Beide Teams kommen vom Verein Seglerhaus am Wannsee, der 470er-Hochburg der Hauptstadt. „Das war ein gelungener Auftritt“, so Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin des DSV.

In den Klassen Laser Radial und Nacra 17 macht der Nachwuchs auf sich aufmerksam. Die Junioren-Weltmeisterin im Laser Radial, Svenja Weger (Potsdamer Yachtclub/20 Jahre), belegte in Frankreich Rang 21. Die deutsche Nachwuchsseglerin des Jahres überzeugt durch große Beständigkeit.
Im gemischt gesegelten Katamaran Nacra 17, der 2016 vor Rio zum ersten Mal olympisch in Erscheinung tritt, ruhen die Hoffnungen für die Zukunft auf Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kieler Yacht-Club).

Und während auch die Nacra-Nachwuchstalente ihren Startplatz bei der ISAF-WM aller olympischen Klassen sicher haben, müssen die Finns ihren Start noch erkämpfen. Es ist die letzte Klasse, in der der DSV noch seine WM-Starter für diesen extrem wichtigen Termin benennen muss. Denn in Spanien werden immerhin 50 Prozent der Nationenplätze für die Olympischen Spiele vor Rio de Janeiro vergeben. Drei Starter darf der DSV im Finn zur WM nominieren. Sie müssen sich in Kiel durchsetzen. Philipp Kasüske (19/VSaW/SC Fraternitas) unterstrich mit Gold bei der EUROSAF-Regatta in Medemblik, dass er das Zeug dazu hat, vorn dabei zu sein. Zusammen mit Lokalmatador Max Kohlhoff (20/Strande) und Eike Martens (22) bildet Kasüske in Kiel eine Trainingsgemeinschaft. Sie alle sind im Vorjahr aus dem Laser in den Finn umgestiegen. Die vierte Kraft im deutschen Finn ist Lennart Luttkus (21/SK Bayer Uerdingen), der in den vergangenen Jahren im Finn-Juniorenbereich bereits auf sich aufmerksam gemacht hat. Luttkus, der in Warnemünde trainiert, ist bereits Mitglied der deutschen Nationalmannschaft.

Ab Donnerstag, 26. Juni, startet die internationale Konkurrenz in 15 Klassen. Allein die 29er steigen bereits am Mittwoch, 25. Juni, parallel zu den Medal Races der olympischen Klassen ins Regattageschehen ein. Die Nachwuchsskiff-Klasse ermittelt ihre Europameister. Über 175 Skiffs werden dazu erwartet. Gleich zwei Bahnen mussten die Veranstalter (Kieler Yacht-Club, Norddeutscher Regatta Verein, Verein Seglerhaus am Wannsee und Hamburger Segel-Club) dafür bereitstellen.

Die EM zur Kieler Woche ist Abschluss und Höhepunkt einer Norddeutschland-Tour, die auch viele internationale Crews, selbst aus Übersee, anlockt. Zudem liegt die Kieler Woche terminlich noch so früh, dass eine rechtzeitige Containerverschiffung der Boote für die Weltmeisterschaft in Kingston/Kanada Ende Juli möglich ist. Daher sind die besten deutschen 29er-Segler der vergangenen Jahre, Jasper Steffens/Tom-Lennart Brauckmann (KYC), vom Riesenstellenwert der Titelkämpfe vor Kiel überzeugt. „Die EM wird wohl noch schwerer als die WM, denn es werden mehr Teams am Start sein“, sagt Steffens. In der starken Konkurrenz aus 20 Nationen wie z.B. Großbritannien, Spanien, Slowenien, den Niederlanden, aber auch Australien, Neuseeland und den USA wollen die beiden zum Abschluss ihrer 29er-Karriere noch einmal ein Top-Resultat erzielen und unter die ersten Fünf fahren.
„Die EM auf unserem Heimatrevier ist das wichtigste Event der Saison. Die WM soll dann ein schöner Abschluss der 29er-Zeit sein. Nach dem Sommer wollen wir in den 49er wechseln“, berichtet Brauckmann. Ergänzt wird der Auftritt der sportlichen Klassen durch die Musto Skiffs auf Bahn Golf mit knapp 50 Teilnehmern.

Die deutsche Offshore-Szene segelt zur Kieler Woche nicht nur um Kieler-Woche-Siege, sondern auch um die Internationale Deutsche Offshore Meisterschaft (IDM). In der 19. Auflage der Seesegel-IDM werden Titel in den Klassen ORCI bis ORC III vergeben. Zudem entwickelt sich die Kieler Woche zu einer Pre-Worlds der Seesegler. „Das hat spürbare Auswirkungen auf die Kieler Woche. Es gibt Mannschaften, die sich quasi für die ganze Saison, vom ersten Training über die Ranglisten Regatta MAIOR, Kieler Woche und IDM bis zur WM Anfang August, in Kiel einquartiert haben. Bisher gibt es Meldungen aus sechs Nationen zur IDM, die die Kieler Woche zusätzlich internationalisieren. Ein sehr erfreuliches Upgrade der Kieler Woche-Seeregatten“, so H.-Eckhard von der Mosel, Seebahnchef der Kieler Woche.
Obwohl Kiel sicherlich viele Besucher lockt, können nicht alle die Kieler Woche vor Ort erleben, dennoch aber live dabei sein. Möglich machen das Audi und SAP, die sich der Medialisierung der Kieler Woche verschrieben haben. Ob in der neu gestalteten Audi and SAP Sailing Arena in Schilksee, im Fernsehen oder im Netz - Audi und SAP bringen gemeinsam den Segelsport an Land.

„Das Public Viewing in der neuen Audi and SAP Sailing Arena in Schilksee mit großer Bühne und Leinwand wird noch umfassender. Kieler Woche TV powered by Audi mit täglichen Live-Bildern vom Wasser sowie interessanten Analysen und Berichten präsentieren unser Moderator André Keil und Experte Markus Koy täglich von 11 Uhr bis 17.30 Uhr“, so Johannes Polgar, Event- und Sportmarketing, Projektleiter Segeln, AUDI AG.

Ergänzt wird das Kieler Woche.TV durch den SAP-Livestream in Deutsch und Englisch. Somit können Interessierte die Kieler Woche sowohl am Strand von Schilksee als auch zuhause live erleben. „Wir versuchen immer weiter, die Verbreitung und Qualität zu steigern“, erklärt Stefan Lacher, Head of Sponsorship Technology, SAP.
 

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