Kieler Woche
18. - 26. Juni 2016

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Böen: Reff im Regattaprogramm

Pressemeldung vom 22.06.2014   —   Zurück zur Liste

 

Wenn das Tief über Skandinavien und das Hoch über den britischen Inseln dichter zusammenrücken, dann wird es für Kiel zwischen diesen Druckzonen zwar nicht eng, aber doch windig. Genau das mussten die Segler am zweiten Tag der Kieler Woche feststellen. Schlagartige Böen mit Stärken weit über 30 Knoten fegten über die Förde hinweg, so dass Organisationsleiter Peter Ramcke nach und nach die Regatten auf den Bahnen in den olympischen und paralympischen Klassen absagen musste und am Ende nur noch die Laser landnah auf den Kurs schicken konnte.

Seebahn-Chef H.-Eckhard von der Mosel konnte dagegen von spektakulären Bildern auf der Seebahn berichten, da die Yachten ihr 40-Seemeilen-Rennen von Eckernförde nach Kiel mit Crews im Geschwindigkeits-Rausch absolvierten.

Wind und Welle bauten sich am Sonntag noch stärker auf als schon am ruppigen Sonnabend. Daher ließ Wettfahrtleiter Ramcke bereits am Morgen den weiß-roten Wimpel als Zeichen für Startverschiebung setzen. Dass dieser am späten Nachmittag entgegen der Erwartungen dann doch noch zumindest für die Laser runter ging, war ganz nach dem Geschmack von Titelverteidiger Philipp Buhl (Kiel).

Er hatte im Laufe des Tages auf einige Rennen gehofft, um nach seinen Bestrafungen am ersten Tag wegen Pumpens noch eine Chance auf einen Sieg in seinem Heimatrevier zu haben. „Für die Laser sind die Bedingungen machbar. Was soll mehr passieren, als dass wir kentern und danach weitersegeln?", fragte Buhl im Gespräch mit Ramcke. Er bekam seine Chance und nutzte sie mit den Rängen 5, 3 und 7, schaffte damit den Cut für die Goldflotte.

Dort hat er als Sechster den Kontakt zur Spitze mit Karl-Martin Rammo (Estland) in der Top-Position aufgenommen. Noch vor Buhl rangiert Tobias Schadewaldt auf Platz drei. Der Oldenburger ist nach dem Olympiastart 2012 im 49er wieder in den Laser zurückgekehrt. Hier sei eine Leistungssportkarriere auch neben dem Beruf möglich, so Schadewaldt: „Momentan ist Philipp deutlich besser. Aber warum sollte mich das abhalten, es zu versuchen? Es geht doch vor allem darum, Spaß zu haben und es bis Rio zu probieren."

Gehörig in Fahrt kamen am Sonntag die Yacht-Segler und überboten sich am Abend mit Geschichten von heißen Spi-Ritten. Gegen den 70-Fuß-Trimaran "Musandam Oman" waren indes alle Einrumpf-Yachten chancenlos. Für die 20,4-Seemeilen-Strecke bis Kiel-Leuchtturm brauchte die internationale Crew um Skipper Damian Foxall (Irland) mit den beiden Norddeutschen Anna-Maria Renken und Tim Kröger an Bord nur 52 Minuten und 33 Sekunden. Für die gemeinsame Wertung als schnellstes Boot in den Wettfahrten Kiel - Eckernförde und Eckernförde - Kiel gab es am Abend bei der Siegerehrung den größten Pokal des Tages, die Krupp-Trophäe.

Die Starter bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Seesegeln gingen allerdings auch auf einen 40 Seemeilen langen Kurs im Zick-Zack durch die Eckernförder Bucht und schließlich hoch bis nach Schleimünde, um dann in Richtung Kiel abzubiegen. Und genau hier begann der Spaß. „Nach Schleimünde kamen wir nur unter Sturm-Spi auf 15 Knoten", schwärmte "Tutima"-Steuerfrau Kirsten Harmstorf.  Kai Mares von der "One4All" wusste von noch mehr zu berichten: „Wir haben heute die 20-Knoten-Marke geknackt. Ich bin sehr zufrieden, dass meine junge Crew diese Bedingungen gemeistert hat."

Kleinere Schäden konnte er angesichts dieses Geschwindigkeitsrausches ebenso verkraften wie die „Tutima"-Crew und auch „Silva Neo"-Skipper Dennis Gehrlein: „Wir müssen mit der Genua IV jetzt zwar zum Segelmacher, aber es hat Spaß gemacht. Wir hatten teilweise 21 Knoten auf dem Tacho." Mit der „Platoon" um Taktiker Markus Wieser konnte aber keine andere Yacht mithalten. Der 47-Fuß-Renner rauschte allen davon, musste aber auch Abstand herstellen, um nach berechneter Zeit an der Spitze zu stehen. Die Ergebnisse wurden noch bis spät in den Abend errechnet.

Ergebnisse:

Laser Standard: (5) 1. Karl-Martin Rammo (EST,(45)1/1/1/3) Punkte 6; 2. Viktor Teply (CZE,1/3/2(20)1) 7; 3. Tobias Schadewaldt (Oldenburg,5/2(7)2/4) 13; 4. Lorenzo Brando Chiavarini (GBR,(45)6/3/1/5) 15; 5. Henrik Begby (NOR,8/1(11)4/3) 16; 6. Philipp Buhl (Sonthofen,3(45)5/3/7) 18;

Laser - Tobias Schadewaldt ist nach fünf gesegelten Wettfahrten auf Platz drei
Foto: Kieler Woche / www.segel-bilder.de

Laser - Philipp Buhl ist nach fünf gesegelten Wettfahrten auf Platz sechs
Foto: Kieler Woche / www.segel-bilder.de

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