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Kieler Kultur- und Wissenschaftspreise

Der mit 10.000 Euro dotierte Kulturpreis wird von der Landeshauptstadt Kiel alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Wissenschaftspreis und Innovationspreis vergeben. 2024 wird zum sechsten Mal zusätzlich zum Kulturpreis der Förderpreis Kultur (Dotierung: 4000 Euro) verliehen.

Die Kieler Kammerschauspielerin Ellen Dorn wird mit dem Kulturpreis 2024 der Landeshauptstadt Kiel für ihre herausragende Arbeit am Theater Kiel ausgezeichnet. Der in Kiel geborene Violinist und Pianist Benjamin Günst bekommt den Förderpreis Kultur.

Der Kieler Kulturpreis wird seit 72 Jahren verliehen, der Förderpreis Kultur zum sechsten Mal. Überreicht werden die Preise traditionell in einer Festsitzung der Ratsversammlung am zweiten Sonntag der Kieler Woche.

  

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Kieler Kulturpreis 2024 für Ellen Dorn

Ellen Dorn - Foto: Pepe Lange
 

Auf und neben der Bühne aktiv

Ellen Dorn wurde 1963 in Bad Neuenahr geboren, absolvierte eine Schauspielausbildung in Hamburg und lebt in Kiel.

Seit 1998 ist Ellen Dorn Mitglied des Kieler Schauspielensembles und verkörperte unzählige Rollen. 2024 ist sie mit dem Ehrentitel Kammerschauspielerin ausgezeichnet worden. Dorn ist Vorsitzende des künstlerischen Personalrats und beratendes Mitglied des Verwaltungsrates des Theaters Kiel.

Ellen Dorn wirkte in verschiedenen Kurzfilmen mit, leitete eine Improvisationstheatergruppe, war als Co-Regisseurin an musikalischen Produktionen beteiligt, führte Regie sowie entwickelte und spielte eigene Produktionen. Ebenso inszenierte sie Musiktheater-Produktionen.

Seit 2014 entwickelt sie verschiedene Theaterprojekte mit geflüchteten Menschen in Zusammenarbeit mit der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V. Für ihr großes Engagement für Geflüchtete erhielt sie 2016 einen Sonderpreis der Gesellschaft der Freunde des Theaters in Kiel e.V.


Förderpreis Kultur für Benjamin Günst

Benjamin Günst - Foto: Santiago Kuhe
 
 

Hochtalentierter Nachwuchsmusiker

Der in Kiel geborene Violinist und Pianist Benjamin Günst wurde mit beiden Instrumenten beim Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ mehrmals Preisträger. Für sein Geigenspiel bekam er erste Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Schon als Schüler gab er erste Konzerte als Solist mit Orchester (2013), spielte bei mehreren Konzerten mit den Kieler Philharmonikern (2015, 2020) sowie beim Schleswig-Holstein Musikfestival (SHMF). 

Bereits vor seinem 2021 abgelegten Abitur nahm er an einem Jungstudium an der Musikhochschule Lübeck (2018-2021) teil. Seit 2021 studiert er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und spielte auf zahlreichen Festivals wie beim SHMF. Ende Januar 2024 stand Günst wieder mit den Philharmonischen Orchester Kiel auf der Bühne.

In der Begründung der Jury heißt es: „Benjamin Günst hat sich als junger und hochtalentierter Nachwuchsmusiker in Kiel und überregional ausgezeichnet. Mit geigerischen Höchstleistungen bereichert er als junger Künstler die Musikszene auch in Kiel und Schleswig-Holstein.“ Seine Musikerlaufbahn sei „vielversprechend“.


Preise und Preisträger*innen seit 1952

Kieler Wissenschaftpreis:
Prof.Dr. Hinrich Schulenburg – Evolutionsökologe und Genetiker an der CAU

im Videointerview

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Professor Dr. Hinrich Schulenberg ist seit 2008 Professor für Zoologie an der CAU und leitet am Zoologischen Institut die Arbeitsgruppe „Evolutionsökologie und Genetik“. Auf diesem Gebiet gehört er zu den zentralen Expert*innen, sein Ruf reicht weit über Deutschland hinaus. 

Schulenbergs Forschungsinteresse gilt dem Prozess der Evolution, einschließlich der zugrundeliegenden ökologischen und genetischen Mechanismen. An der CAU leitet er das Kiel Evolution Center und das Graduiertenkolleg Angewandte Evolutionsforschung. Ein besonderes Anliegen ist Schulenburg die Wissenschaftskommunikation und der Dialog mit der Gesellschaft.

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Was hat Sie nach Kiel geführt?

Ich habe 2008 das Angebot einer Professur in der Biologie der Kieler Universität angenommen. Die Rahmenbedingungen sind in Kiel für mich fantastisch. Hierzu gehören die Forschungsschwerpunkte an der Kieler Uni wie auch an den Partnerinstitutionen, insbesondere das Max-Planck Institut für Evolutionsbiologie in Plön oder das Geomar. 

Zudem mag ich den Norden Deutschlands, den Wind, das Meer vor der Haustür, das Segeln, die norddeutsche Mentalität, den trockenen Humor. Alles in allem passt das perfekt.

Was genau machen Sie?

Ich bin Evolutionsbiologe und bin fasziniert von den Prozessen, die dazu führen, dass sich Organismen im Verlaufe der Zeit verändern. 

In der Lehre versuche ich die Studierenden für Evolution zu begeistern, vor allem da es ein Thema ist, dass verschiedenste Bereiche der Biologie verbindet und damit einen Rahmen für die Biologie insgesamt bietet. In der Forschung untersuche ich mit meiner Arbeitsgruppe die Evolution von Antibiotikaresistenzen wie auch die Interaktion von Organismen mit ihren kleinen Mitbewohnern, dem sogenannten Mikrobiom.

Worin liegt die Bedeutung Ihrer Forschung für die Gesellschaft?

Meine Arbeitsgruppe forscht an zwei hochaktuellen Themen: Antibiotikaresistenzen und Wirt-Mikrobiom Interaktionen. Unsere Forschung zur Evolution von Antibiotikaresistenzen liefert dabei neue Ideen für verbesserte Therapien gegen Krankheitserreger. 

Die weltweite Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen stellt derzeit eine der größten Gefahren für die Gesundheit des Menschen dar. Unsere Ergebnisse weisen Wege auf, über die wir mit den vorhandenen Antibiotika nachhaltig Krankheitskeime bekämpfen und gleichzeitig die Ausbreitung der Resistenzen in Schach halten können. 

Unsere Forschung zum Mikrobiom liefert hingegen neue Erkenntnisse zum Einfluss der Mikroben auf unsere Gesundheit. Dieser Einfluss des Mikrobioms ist enorm und war so vor ein paar Jahren völlig unbekannt. Mittlerweile wissen wir, dass das Mikrobiom helfen kann, Krankheitskeime zu bekämpfen oder die Toleranz gegenüber Umweltstress zu erhöhen.

Welche Bedeutung hat der Kieler Wissenschaftspreis für Sie?

Über den Preis der Stadt habe ich mich wahnsinnig gefreut: Er stellt eine besondere Auszeichnung für die Forschung meiner Arbeitsgruppe dar, die seit über zehn Jahren mit großem Enthusiasmus wie auch Können die Geheimnisse der Evolution erkundet. Daneben freut es mich, dass es der Preis meiner Lieblingsstadt Kiel ist!

Was wünschen Sie sich für Kiels Zukunft?

Viel Wind! Und weiterhin eine große Offenheit für die Welt, insbesondere Toleranz und Neugierde für das, was anders ist, und somit auch für die Diversität, die uns alle zu etwas Einzigartigem macht. Das ist am Ende auch die Grundlage dafür, dass Kiel weiterhin ein spannender Ort für hochkarätige Forschung bleibt.

Kieler Innovationspreis:
Prof.Dr. Anton Eisenhauer und RNDr. Stefan Kloth – osteolabs GmbH

im Videointerview

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Osteoporose ist eine weit verbreitete Krankheit, mit der sich Professor Dr. Anton Eisenhauer, RNDr. Stefan Kloth und ihre Firma osteolabs GmbH beschäftigen. Sie vertreiben einen innovativen nicht-invasiven Früherkennungstest, der ausschließlich Blut und Urin zur Untersuchung benötigt. 

Die Grundlage der Tests stammt aus der Korallenforschung des GEOMAR. Die Idee, instrumentell-analytische Technologien der Meeresforschung für die Medizin einzusetzen, ist revolutionär. Dank dieser in Kiel entwickelten Methode kann Osteoporose Jahre früher erkannt und behandelt werden als mit den zuvor gängigen Standardverfahren.

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Was hat Sie nach Kiel geführt?

Eigentlich bin ich in Bayern, genauer Franken, (Röttingen (Ufr.)), geboren und in einer Nordwürttembergischen Kleinstadt, im schönen Weikersheim, aufgewachsen. Im Gymnasium Weikersheim und durch den Unterricht engagierter Lehrer habe ich meine Leidenschaft für Physik und Mathematik entdeckt. 

Nach dem Ende meines dreijährigen Militärdienstes in 1982 beschloss ich dann auch in Heidelberg Physik und Mathematik zu studieren. Das Studium habe ich mit dem Staatsexamen 1986 abgeschlossen und anschließend noch in Physik 1989 promoviert. 

Am Institut für Umweltphysik und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften tat ich meine ersten Schritte in der Forschung und kam schon in diesen Jahren mit dem damals frisch gegründeten GEOMAR in Kiel in Kontakt. Im Jahr 1990 habe ich aber zunächst eine „Senior Researcher“ Stelle am renommierten „California Institute of Technology, CALTECH“ in Pasadena, California, USA, angenommen, wo mir beste Forschungsmöglichkeiten geboten wurden. 

Diese „Post-Doc“ Zeit im Umfeld von Los Angeles, dem Pazifik, die Gespräche mit meinem Chef Jerry Wasserburg am „Earth and Planetary Science Department“, sowie Begegnungen mit späteren Nobelpreisträgern wie Sheerwood Rowland und Paul Crutzen sind mir dabei noch in guter Erinnerung und haben meine wissenschaftliche Karriere maßgeblich beeinflusst. 

Obwohl ich das Angebot hatte am CALTECH zu bleiben bin ich aus familiären Gründen wieder nach Deutschland zurückgekehrt. An der Universität Göttingen habe ich 1995 eine wissenschaftliche Assistentenstelle angenommen, um dort am Institut für Geochemie physikalische Isotopenmethoden zur Rekonstruktion von vergangenen Umwelt- und Klimadaten aus marinen Sedimenten, auch in Zusammenarbeit mit dem GEOMAR, zu entwickeln und zu habilitieren. 

Eine große Belohnung und Ehre war das ich für diese Arbeiten 1997 den Goldschmidt Preis verliehen bekommen habe und im Jahr darauf 1998 auch den Ruf an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und das GEOMAR auf die Professur für Marine Geochemie erhielt. Seit dem forsche ich am GEOMAR in Zusammenarbeit mit seinen herausragenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, sowie besten technisch/analytischen Möglichkeiten, bei einem gegebenen hohen Maß an wissenschaftlicher Freiheit.

Was genau machen Sie?

Am GEOMAR leite ich eine Arbeitsgruppe die vergangene Klima- und Umweltdaten mittels moderner instrumenteller Methoden mit Hilfe innovativer Massenspektroskopie rekonstruiert. Dies ist notwendig will man die klimatische Entwicklung des Planeten im Allgemeinen und die der Ozeane im Speziellen verstehen, d.h. man wissen möchte, wie z.B. die Temperatur oder auch der Säuregrad des Meeres in der Vergangenheit, also vor 1.000, 10.000 oder auch 100.000 Jahren war und dies auch noch mit hoher Präzision. 

Analog zu einer klassischen Bibliothek, wo alle Informationen in Büchern gespeichert sind, sind die Klima- und Umweltinformationen der Vergangenheit in marinen Geo-Archiven wie Sedimenten, Gesteinen und auch Korallen gespeichert. Durch Messung dieser Verhältnisse und unter Anwendung bestimmter mathematischer Algorithmen können wir diese chemische Information in eine Information über die Temperatur und den Säuregrad des Meerwassers der Vergangenheit umwandeln, die dann den Klimatologen und Geologen für weitere Interpretationen zur Verfügung stehen. 

Durch die Anwendung der Spurenmetall- und Isotopenmethoden haben wir in den letzten Jahren u.a. Erfolge bei der Rekonstruktion und der Ursachen von Meeresspiegelschwankungen seit der letzten Eiszeit erzielt, die in ihrer Konsequenz insbesondere auch für Schleswig-Holstein von Bedeutung sind. Ein besonderes Interesse galt in den letzten Jahren auch methodischen Arbeiten zunehmend Korallen als Temperatur Archive zu verwenden, um durch unsere Spurenelement- und Isotopenmethoden, insbesondere aus Calcium Isotopenverhältnissen, Aussagen über den Einfluss der Meerestemperatur auf die Fähigkeit der Korallen zu kalzifizieren zu bekommen. Eine wichtige Arbeit, will man verstehen wie die Entwicklung von Riffen auf die steigenden Meerestemperaturen reagieren werden. 

Sehr schnell habe ich verstanden, dass die Anwendung der marinen Spurenmetall- und Isotopenmethoden auch einen dualen Charakter hat und Anwendungen in der marinen Geochemie, aber auch in der medizinischen Diagnostik erlaubt. Mit Hilfe meiner Arbeitsgruppe und insbesondere mit Medizinern aus dem UKSH konnte eine Methode und ein Test entwickelt und patentiert werden, der heute sehr erfolgreich Calciumdefizite im menschlichen Körper erkennt und zur Früherkennung von Osteoporose eingesetzt werden kann, Jahre bevor die traditionellen Methoden dies können. 

Dies hat zur Ausgründung der Firma osteolabs GmbH auf dem Seefischmarkt in Wellingdorf geführt, die von dort aus den auf Calciumisotopen-Messungen basierten Test kommerziell vertreibt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Medizinerinnen und Medizinern habe ich auch erkannt das generell analytisch/instrumentellen Methoden der Meereschemie auch in der medizinischen Diagnostik Anwendung finden können und das Potential haben sensitiver zu sein als die klassischen medizinischen Diagnoseverfahren. 

Diese Erkenntnis hat in Zusammenarbeit mit dem UKSH, der CAU und der Firma Stryker Trauma GmbH zu unserem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziertem BlueHealthTech Projekt geführt, welches nun systematisch in einem disziplinübergreifenden Ansatz mariner instrumentell/analytische Methoden in einem Technologietransferprozess in die Medizin überführt.

Worin liegt die Bedeutung Ihrer Forschung für die Gesellschaft?

Die Arbeiten meiner Arbeitsgruppe und mir betrachte ich als für die Gesellschaft von großer Bedeutung, da wir mit unseren Arbeiten einerseits zu einem besseren Verständnis über die Entwicklung von Klimageschehen und Umwelt beitragen und was zu immer besseren Modellen für die klimatische Entwicklung unseres Planeten beiträgt. 

Zum anderen haben wir im Rahme unserer Grundlagenforschung an Korallen innovative technische Entwicklungen angestoßen, die in einem „dualen“ Ansatz für andere Wissenschaftsgebiete, insbesondere in der Medizin, interessant sind und zu einem praktischen Nutzen für die Gesellschaft, zu mehr Gesundheit und zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen einen zukünftigen Beitrag leisten werden.

Welche Bedeutung hat der Kieler Innovationspreis für Sie?

Über die Verleihung des Preises freue ich mich sehr und es ist eine große Anerkennung für die in den letzten Jahren am GEOMAR durchgeführte Forschung. Ich möchte aber betonen, dass jede moderne Forschung immer auch eine Teamleistung ist und das viele andere engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diesem Erfolg beigetragen haben. 

Der Kieler Wissenschaftspreis wird sicher dazu beitragen, dass unser Ansatz einer dualen Verwendung mariner Methoden und instrumenteller Analytik in der Medizin eine größere Aufmerksamkeit erfahren wird. Insbesondere hoffe ich, dass erkannt wird, das eine Kooperation von Medizin und Meeresforschung ein Kieler Alleinstellungsmerkmal ist und ein Leuchtturmprojekt für die aktuelle Forschung entlang der Förde sein kann. 

Die enge Kombination von Medizin mit dem UKSH und den Meereswissenschaften in der CAU und dem GEOMAR ist eine einmalige Konstellation die so nur in Kiel und entlang der Förde umgesetzt werden kann. Durch das BlueHealthTech Projekt hat diese Zusammenarbeit erste Früchte getragen und der Preis wird dem BlueHealthTech Projekt noch mehr Aufmerksamkeit bringen, was ich mit meiner Hoffnung verbinde noch mehr Forschungseinrichtungen und auch Firmen aus der Region gewinnen zu können die Lust im Projekt mitzuarbeiten.

Was wünschen Sie sich für Kiels Zukunft?

Ich wünsche mir für die Stadt Kiel, dass sie ihren maritimen Charakter als Tor zur Ostsee, nach Skandinavien und in das Baltikum noch stärker wahrnimmt als sie das jetzt schon tut und als Chance für eine nachhaltige Entwicklung begreift. 

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass die Kielerinnen und Kieler das Alleinstellungsmerkmal der disziplinübergreifenden Zusammenarbeit hervorragender medizinischer und meereswissenschaftlicher Forschung erkennen und daraus sich Kiel zu einer „Start-up“ City für neue Produkte, Verfahren und Services für die maritime Wirtschaft und für die Medizin der Zukunft entwickelt.

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Was hat Sie nach Kiel geführt?

Ich war bis auf Studien- und Promotions-Auslandssemester und meiner ersten Berufstätigkeit in Hamburg schon immer echter Schleswig-Holsteiner, insofern hat mich nichts hierhergeführt, sondern es hat mich hier gehalten.

Was genau machen Sie?

Ich gründe Technologie- und E-Commerce-Unternehmen, gerne zusammen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen und kommerzialisiere und vermarkte die Technologie dahinter. Insofern bin ich das, was man einen Serien-Unternehmer nennen könnte. osteolabs ist meine vierte Gründung als Mitgründer. Meine erste Gründung war die Firma „Lenscare“, die heute immer noch im Wissenschaftspark am Westring sitzt und Kontaktlinsen via E-Commerce vertreibt. Bei Gründung war ich damals 24 Jahre alt. Also ein echter „Jung“-Unternehmer. 

Heute beschäftigen wir uns bei osteolabs mit der Früherkennung von Osteoporose. Diese Krankheit ist eine unterschätzte Volkskrankheit und nicht im Bewusstsein vieler Menschen verankert. Viele an Osteoporose erkrankte Menschen erfahren leider nicht genügend Unterstützung, es ist hier tatsächlich von einer Unterversorgung zu sprechen. Dies möchten wir ändern. Dafür benötigen wir Kommunikationsmaßnahmen, um das in die Köpfe der Menschen und Entscheidungsträger zu bekommen. Durch meine Doppelrolle als Kaufmann und Physiker sehe ich mich in der Lage – wie bei allen meinen Gründungen – technische Sachverhalte zu verstehen und auch erklärbar aufzubereiten.

Worin liegt die Bedeutung Ihrer Forschung für die Gesellschaft?

Die Bedeutung unserer Tätigkeit liegt in der Früherkennung von Osteoporose und damit in möglicher früherer Linderung von Krankheitsverläufen. D.h. wir haben einen gesellschaftlichen Nutzen, indem wir dazu beitragen, dass zukünftig weniger Menschen an Osteoporose leiden und damit auch weniger osteoporotisch bedingte Knochenbrüche auftreten. Zum gesellschaftlichen Nutzen kommt so noch ein monetärer Nutzen für die Krankenversicherungen.

Welche Bedeutung hat der Kieler Innovationspreis für Sie?

Als Herr Tovar mich am Abend nach der Ratsversammlung anrief, war ich sehr überrascht! Damit hätte ich nicht gerechnet. Natürlich freue ich mich über diesen Preis sehr und bin stolz, dass ich als Preisträger die Stadt Kiel in aller Welt vertreten kann, z.B. zukünftig in San Francisco. 

Und natürlich ist es für meine weiteren, geplanten Firmengründungen sehr hilfreich, solch einen Preis erhalten zu haben, hilft es doch aufgrund des Reputationsgewinns u.a. auch bei Investoren, Venture Capital zu erhalten. Selbstverständlich sind diese Firmengründungen in Kiel geplant!

Was wünschen Sie sich für Kiels Zukunft?

Ein noch innovationsfreundlicheres Umfeld, bessere Vernetzung der Start-Up-begleitenden Akteure und Institutionen, eine extrem erfolgreiche Gründung als Role Model - in der Startup- Szene auch Unicorn genannt - als Vorbild für potentielle Gründer und Gründerinnen, vertiefte Zusammenarbeit mit Hamburger Akteuren und last but not least, dass Kiel eine lebenswerte, wirtschaftlich attraktive Stadt bleibt und sich im Sinne einer „Smart City“ weiterentwickelt.

Kulturpreis

Seit 1952 vergibt Kiel den Kulturpreis für hervorragende kulturell schöpferische oder kulturfördernde Leistungen. Die erste Auszeichnung erhielt der Maler Emil Nolde. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Preisträger*innen

Förderpreis Kultur

Seit 2014 gibt es einen Förderpreis Kultur. Er wird zusammen mit dem Kulturpreis verliehen und geht an junge Menschen, die herausragende kulturell schöpferische Leistungen erwarten lassen. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.

Preisträger*innen

Wissenschaftspreis

2001 wurde der Kulturpreis in den Kultur- und Wissenschaftspreis umgewandelt. Mit dem Wissenschaftspreis würdigt die Landeshauptstadt hervorragende wissenschaftliche Leistungen.

Preisträger*innen

Innovationspreis

2017 hat die Landeshauptstadt erstmals den Innovationspreis für herausragende Erfindungen und wissenschaftlich basierte Startup-Geschäftsmodelle vergeben. Er wird zusammen mit dem Wissenschaftspreis verliehen.

Preisträger*innen