Weltweit bekannt: das Kieler-Woche-Design

An ihr alljährlich neues Erscheinungsbild stellt die Kieler Woche höchste Ansprüche: Namhafte Grafikerinnen und Grafiker werden seit 1959 regelmäßig zum Wettbewerb für ein Corporate Design der Festwoche eingeladen.

„Schon das ist eine Auszeichnung. Denn der Gestaltungswettbewerb genießt weltweit ein hohes Ansehen, zumal viele Motive mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden“, sagt Jörg Franzen, der im Kieler-Woche-Büro der Landeshauptstadt seit zehn Jahren den Design-Wettbewerb organisiert.

Außerdem ist die Reihe mit nunmehr 71 Kieler-Woche-Plakaten seit 1948 weltweit einzigartig und ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte. Doch allein ein gutes Plakat zu entwerfen, reicht nicht, wie Jörg Franzen weiß: „Das Design muss auch auf verschiedensten Artikeln und Souvenirs - etwa Krawatten, Bechern oder Schlüsselanhängern - seine Wirkung zeigen.“

Zunächst einmal reisen die ausgewählten Grafiker*innen persönlich an die Förde: Auf Einladung der Landeshauptstadt können sie sich während der laufenden Kieler Woche ihren ganz individuellen Eindruck vom größten Sommerfest im Norden und der weltgrößten Segelveranstaltung verschaffen - und das sowohl auf dem Wasser als auch an Land.


Das Design 2018

Die Designerin | Verena Panholzer

Verena Panholzer ist Art Direktorin und Gründerin von „Studio Es“ - einem Studio für visuelle Kommunikation in Wien. Außerdem engagiert sich die 38-Jährige im Vorstand des Creativ Club Austria (CCA) sowie des Vereins „100 beste Plakate“.

Nach ihrem Studium an der Kunstuniversität Linz (Industrial Design) und dem Kolleg für Grafik- und Kommunikationsdesign war Verena Panholzer unter anderem in Berlin bei TBWA tätig.

Seit zehn Jahren führt sie ihr eigenes Studio in Wien und betreut schwerpunktmäßig Kunden aus dem Kunst- und Kulturbereich. Im Fokus der stark konzeptionellen Arbeiten der Designerin stehen Branding und Editorialdesign. Viele ihrer Projekte wurden bereits international ausgezeichnet.

Foto Verena Panholzer
Eingereichte Entwürfe

Plakat
Der Siegerentwurf
Das sagt die Jury: Ungeheure Lebensfreude und Energie

"Das Plakat strahlt ungeheure Lebensfreude und Energie aus, in der sich die Kieler Woche mit all ihren Aktivitäten wiederfindet", beschreibt die die Jury das comicartige Motiv in Blau, Weiß und Rot mit "lauten Segeln in windigen Wellen": Es skizziere mit kräftigen schwarzen Linien das Zusammenspiel von Himmel, Meer und Booten. "Das Motiv hat nahezu lautmalerische Qualitäten, man glaubt das Tanzen der Wellen und den pfeifenden Wind zu hören."

 

Die anderen Designer & Übersicht der Entwürfe

Aus Kassel gehen Friedrich Forssman und Cornelia Feyll an den gestalterischen Start. Der Designer und die freischaffende Textildesignerin sind seit 1986 verheiratet und haben immer wieder gemeinsam Projekte umgesetzt.

So gestalteten sie erst in diesem Jahr für die Deutsche Bibelgesellschaft die Lutherbibel neu. Seit 1994 entwirft Forssman alle Bücher für den Weidle Verlag und arbeitete unter anderem für Reclam. Forssman wurde mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet. Seit 2015 ist er Honorarprofessor an der FH Potsdam.

Cornelia Feyll machte vor ihrem Design-Studium zunächst eine Weberlehre in Sindelfingen. Heute ist ihre Arbeit vielfältig und reicht von der Buchgestaltung bis zur Entwicklung von Farbkonzepten für Hotelzimmer. Dieses Jahr hat Cornelia Feyll eine Gastprofessur in Halle angetreten.

Foto Friedrich Forssman & Cornelia Feyll

 

Aus Frankfurt am Main schickt Prof. Markus Weisbeck seine Entwürfe für das neue Kieler-Woche-Design an die Förde. 1997 gründete der Grafikdesigner in Frankfurt und Berlin das Studio „Surface“. Weisbeck entwickelte zahlreiche Corporate Designs, unter anderem für die Staatsoper Stuttgart oder das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt.

Nach mehreren internationalen Gastprofessuren unterrichtet er seit 2011 als Professor für Grafikdesign an der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2013 ist er offizielles Mitglied des AGI Alliance Graphique Internationale.

Foto Prof. Markus Weisbeck

 

Prof. Volker Pfüller wurde 1939 in Leipzig geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin. 1965 legte er sein Diplom an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ab und ist seitdem freiberuflich als Grafiker, Illustrator, Plakatgestalter und Bühnenbildner tätig.

Pfüller blickt auf zahlreiche Einzelausstellungen in Deutschland und im Ausland zurück, er ist darüber hinaus mehrfach ausgezeichnet - etwa „Beste Plakate der DDR“ oder „Schönste Bücher der DDR“. 2011 erhielt er die Hans-Meid-Medaille.

Pfüller war unter anderem Professor für Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee wie auch Professor für Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 1996 ist er Mitglied der Alliance Graphique Internationale.

Foto Prof. Volker Pfüller

 

Peter Bankov stammt ursprünglich aus Minsk in Weißrussland, heute lebt er in Prag und Moskau. Nach einer Bildhauerausbildung an der Minsker Kunstschule studierte er Design an der Staatlichen Hochschule Moskau.

 Zu den Höhepunkten seiner Karriere gehörten 1993 das Buchkollektiv "Neuch". 1997 gründete er mit dem Design Depot eine der führenden Designfirmen Russlands sowie mit dem kAk-Magazin die wohl einflussreichste Designzeitschrift des Landes.

In letzter Zeit hat Bankov sich einem Daily-Poster-Projekt verschrieben und bislang über 500 Plakate produziert. Bankov erhielt bislang rund 200 Designpreise, darunter den Platinum Award von Graphis Poster Annual, New York.

Foto Peter Bankov

 

 


Renommée seit 1948: Kieler-Woche-Plakate

Er ist ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte und international hoch angesehen: der Kieler-Woche-Grafikwettbewerb.

Sehen Sie hier alle Plakatmotive als Galerie.
 

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