Silbernes Band: Durch das Nadelöhr ins Ziel gehangelt

Das Zeitlimit für das Silberne Band, die Seesegel-Langstrecke zur Kieler Woche, wurde am Freitag auf 28 Stunden ausgedehnt. Und nach mehr als einem Tag auf See darf man der Wettfahrtleitung dafür Weitsicht attestieren, denn die kleinen Yachten schafften es nach der Tour durch die Nacht gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Einbruch der Dunkelheit in den Hafen.


Das Treffen der besonderen Art: Die „Halbtrocken 4.5“ auf dem Weg zur Ziellinie beim „Silbernen Band“ trifft auf die „Alexander von Humboldt II“, die die Windjammer anführt. Foto: www.segel-bilder.de

Eine besondere Herausforderung hatte die schnellste Yacht auf dem Kurs zu meistern. Nach über 18 Stunden auf See rauschte die „Halbtrocken 4.5“ auf dem engen Kurs der Innenförde in den Gegenverkehr der Windjammer-Parade hinein. Doch Eigner und Steuermann Michael Berghorn (Kiel) schlüpfte am Führungsschiff der Parade, der „Alexander von Humboldt“, durch das Nadelöhr von Friedrichsort, hangelte sich dann mit mehreren Wenden dicht unter Land in der Heikendorfer Bucht an der Flotte der Traditionsschiffe und Freizeitsegler vorbei und zog schließlich zum Ziel vor dem Sportboothafen von Düsternbrook. Nach 18:27:31 Stunden hatte die „Halbtrocken 4.5“ die 134 Seemeilen von Kiel aus in die dänische Südsee, um Aeroe herum, durch den engen Svendborgsund und entlang der Insel Langeland bis zurück nach Kiel absolviert und damit den Schlusspunkt hinter eine intensive Kieler Woche gesetzt. Berghorn und seine Crew nutzten die Regattawoche voll aus, bestritten alle Rennen von der Deutschen Seesegel-Meisterschaft über den Senatspreis bis hin zum Silbernen Band. Mit dem Sieg im Senatspreis sammelte die „Halbtrocken 4.5“ auch eine große Trophäe ein, beim Silbernen Band blieb ihr berechnet allerdings nur der vierte Platz.

In der Vermessungswertung der großen ORC-Yachten durfte die „X-Day“ von Walter Watermann (Kiel) mit Skipper Lars Hückstädt feiern. Sie kam zwar rund zwei Stunden nach der „Halbtrocken 4.5“ ins Ziel, hatte berechnet aber über eine Stunde Vorsprung. „Wir hatten ein sehr gutes Rennen, sind gut gestartet und sauber durchgekommen“, berichtete Lars Hückstädt. Nach dem Eingewöhnen zu den Travemünder Seeregatten und dem zweiten Platz beim Blueribboncup vor drei Wochen passten jetzt alle Manöver und auch die navigatorischen Vorgaben im Svendborgsund durch Johannes Frenzel sehr gut. „Wir hatten wohl 15 Segelwechsel und von Langeland runter eine anspruchsvolle Kreuz mit viel Verkehr in der Kieler Förde. Die Crew ist jung und talentiert und hat das sehr gut gemacht“, lobte Hückstädt seine Vorderleute. Für das kommende Jahr plant das Projekt mit weiteren Großaufgaben. Je nach den Möglichkeiten angesichts von Corona könnte es zur Cowes Week nach England, eventuell inklusive Fastnet Race, gehen oder zur Weltmeisterschaft nach Estland.

In der ORC II siegte die „Rarotonga“ von Werner Lemmel (Berlin), in ORC III+IV die „Jalapeno“ von Hinnerk Blenckner (Eckernförde). Frank Krupinska (Kiel) gewann mit der „io“ das Duell der beiden Yardstick-Yachten.

Die Wertung für die Double-Handed-Crews gewann die „Halbtrocken“ (Flensburg) von Knut Freudenberg und Nils Reichert. Ursprünglich war zur Kieler Woche die zweite Deutsche Meisterschaft in dieser Klasse ausgeschrieben worden. Das Starterfeld hatte sich aber schließlich soweit reduziert, dass nur noch ein Quartett übrigblieb – zum Leidwesen von Knut Freudenberg, der seinen Titel aus dem vergangenen Jahr gern in einem echten Leistungstest verteidigt hätte. „Ich verstehe das nicht. In der Flensburger Förde haben wir Zweihand-Regatten teilweise mit 30 Startern, aber wenn es zur Deutschen Meisterschaft geht, dann kneifen sie scheinbar alle.“


Die „X-Day“ von Walter Watermann gewinnt das „Silberne Band“ der Kieler Woche 2020. Foto: www.segel-bilder.de


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